Geometrisches Kleinod

TRIER. Zum Abschluss der Serie über die Domkurien stellt der TV die heutige Dompropstei vor, die sich in der Windstraße gegenüber der nördlichen Domseite befindet und eine der charakeristischsten und am besten erhaltenen Anlagen darstellt.

Bekannt ist die Propstei auch als "Kurie Zolvern", deren Name auf eine luxemburgische Adelsfamilie zurückgeht. Erbaut wurde die Anlage laut Datierung am Torgebäude ab 1654 durch Erzbischof Karl Kaspar von der Leyen. An ihrer Stelle befand sich zuvor ein romanischer Vorgängerbau, ein Rechteckhaus, von dem noch Reste erkennbar sind. Das Herrenhaus wurde um 1760 modernisiert für Karl von Dalberg, dessen Familienwappen auch über der Eingangstür angebracht wurde.Struktur ohne Enge

Aus dieser Zeit stammt die teilweise bis heute erhaltene Rokoko-Ausstattung der Innenräume, die leider nicht vorgestellt werden können, da das Gebäude als Wohnhaus genutzt wird. Das zweigeschossige Haus mit Walmdach, in dem sich im 19. Jahrhundert vorübergehend eine Buchdruckerei befand, wurde zuletzt in den 60er-Jahren des vorigen Jahrhunderts renoviert. Einige Elemente, wie etwa die Fenster, sind heute Kopien der Originale, der charakteristische Stil wurde jedoch bewahrt. Der Garten zählt ebenfalls zu den schönsten der Kurien und fällt durch eine repräsentative Gestaltung auf. Niedrige Hecken geben eine geometrische Struktur, ohne einengend zu wirken, und lassen Platz für großzügige Rasenflächen. Die wenigen Bäume kommen dadurch gut zur Geltung. Einige antikisierende Säulen stehen frei auf dem Gelände und sind umwachsen von Blumen. In einer Ecke des Gartens, geschützt unter einem Dach aus Bäumen, befindet sich die Statue einer Jungfrau mit Kind. Auf der Nordwestseite neben dem Herrenhaus schließlich führen einige Stufen hinunter zu einem kleinen Nutzgarten, in dem Kräuter wachsen. Durch die Kombination verschiedener Stile aus Barock und Rokoko sowie ihren guten Zustand ist die Propstei ein bemerkenswertes architektonisches Zeugnis.

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