Gerangel um Garage

Der mögliche Bau eines Parkhauses hinter der Tufa sorgt für Diskussion: Die Anlieger fürchten, dass aus der avisierten Dauerparkplatz-Garage aus Finanzierungsgründen ein normales öffentliches Parkhaus für Kurzzeitparker werden könnte.

Trier. Zwar bietet der umlaufende Bauzaun noch keinen schönen Anblick, aber zumindest ist aus der ehemaligen Gammelfläche an der Ecke Wechsel-/Gervasiusstraße mittlerweile ein befestigter Parkplatz geworden. Die Stellflächen dienen derzeit als Ersatz für den Platz hinter dem Casino am Kornmarkt, der zurzeit ausgebaut wird. Im Sommer soll die Fläche hinter der Tufa in Anwohnerparkplätze umgewandelt werden. Langfristig ist allerdings ein Parkhaus avisiert (der TV berichtete). Investoren, die in der City Wohnhäuser errichten, könnten darin die geforderten Parkplätze ausweisen und diese an ihre Käufer von Eigentumswohnungen vermieten oder verkaufen.

Um eine Grundlage für die Verhandlung mit potenziellen Investoren zu schaffen, hatte die Stadtverwaltung die Stadtwerke beauftragt zu prüfen, was ein solches "technisches Parkhaus" - bei denen die Autos per Aufzug vollautomatisch zu den Stellflächen transportiert werden - kostet. "Die Details werden wir uns in den nächsten Wochen anschauen", erklärt Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani. Wie viele Parkplätze die Garage haben werde, hänge davon ab, wie viele Stellplätze für den rentierlichen Bau und Unterhalt notwendig seien, und von der Verträglichkeit mit der Umgebungsbebauung. In einer der nächsten Sitzungen des Bauausschusses soll die Angelegenheit diskutiert werden.

Die Anwohner befürchten derweil, dass ein solches Parkhaus alleine durch Dauermieter nicht zu refinanzieren sei und die Großgarage über kurz oder lang auch für Kurzzeitparker geöffnet werde - mit entsprechend viel Verkehr und Lärm im Quartier. "Es wird kein neues öffentliches Parkhaus geben, vorstellbar ist ausschließlich eine Quartiersgarage", versichert Kaes-Torchiani. "Wenn beim Investor eine große Finanzierungslücke entsteht, wird man ihm nicht verwehren können, an lukrativere Kurzzeitparker zu vermieten", hält Wolfgang Ewald dagegen. Der Architekt und Stadtplaner wohnt zwar selbst nicht mehr in Trier, besitzt in der Wechselstraße allerdings ein Haus mit sieben Wohnungen. "Alle unsere Mieter sind dagegen, dass gegenüber eine Großgarage gebaut wird", erklärt Ewald. Selbst wenn es bei einem Parkhaus für die Käufer von Eigentumswohnungen bliebe: "Den Anwohnern von Wechsel- und Gervasiusstraße wird da ein Klotz vor die Nase gesetzt, den sie selbst nicht nutzen können, sondern der ausschließlich für Leute bestimmt ist, die das entsprechende Geld haben, dort einen Parkplatz zu kaufen oder sich einzumieten - das ist weder sozial noch gerecht." Die Anwohner planen daher eine Unterschriftenaktion gegen den Parkhaus-Bau. Auch die Grünen sehen die Sache kritisch und haben bei der Stadtverwaltung Informationen angefordert. Die CDU traf sich vorige Woche zur Ortsbegehung. "Die Skepsis ist groß", sagt Ewald. "Aber ohne Bebauungsplan - den es für das Viertel nicht gibt - kann sowieso kein Baurecht für ein solches Parkhaus geschaffen werden."