Geschafft!

TRIER. Lohn für harte Arbeit: In einer Feierstunde ehrte die Industrie- und Handelskammer (IHK) die Auszubildenden, die ihre Prüfungen mit der Note "sehr gut" abgeschlossen haben.

Geschafft: Dicht gedrängt standen die Auszubildenden und ihre Betreuer aus den Betrieben auf der Bühne im Tagungszentrum der IHK. Karoline Gönner, Nationale Expertin für Berufliche Bildung bei der Europäischen Kommission, IHK-Präsident Wolfgang Natus, Hauptgeschäftsführer Arne Rössel und Marcus Kleefisch, Geschäftsführer im Bereich Aus- und Weiterbildung, schüttelten jedem Azubi die Hand und überreichten ihm eine Urkunde und einen Gutschein über 25 Euro.Auch die Vertreter der Betriebe gingen nicht mit leeren Händen nach Hause. Mit einer Plakette mit der Aufschrift "Dieses Unternehmen sichert Qualität durch Ausbildung" können sie Schaufenster oder Eingangstür schmücken.3333 Kandidaten legten Prüfung ab

111 Auszubildende der kaufmännischen Berufe und der gewerblich-technischen Berufe schafften seit Sommer vergangenen Jahres die Note "sehr gut" in ihren Abschlussprüfungen. Insgesamt legten 3333 Kandidaten ihre Prüfung ab.Die Schnapszahlen bescherte der IHK der Zufall, das gute Ergebnis in den Prüfungen nicht. Mit viel Mühe haben die Mitarbeiter der Unternehmen die Azubis mit der Materie vertraut gemacht.In seiner Rede anlässlich der Sehr-gut-Feier betonte Wolfgang Natus die Bedeutung der Ausbildung im Betrieb: "Nach wie vor hat das System der beruflichen Bildung in Deutschland weltweit die engste Verbindung zu Beschäftigung und Arbeitsmarkt." Ein Vorteil gegenüber einem staatlichen Bildungssystem sei, dass die Firmen relativ schnell auf veränderte Strukturen reagieren könnten. Natus: "Die betriebliche Ausbildung führt die Jugendlichen zur Berufstätigkeit und verhindert spätere Praxisschocks."IHK verabschiedet Zehn-Punkte-Katalog

Explizit wandte sich der Präsident der IHK gegen eine Ausbildungsplatzabgabe und die seiner Meinung nach damit einhergehende Verstaatlichung und Verschulung. Dies hieße, die spezifischen Vorteile des deutschen Ausbildungssystems aufzugeben. Natus: "Das wollen wir auf keinen Fall!"Um die Zahl der Ausbildungsplätze zu steigern, hat die IHK einen Zehn-Punkte-Katalog verabschiedet. Vorgesehen sind etwa ehrenamtliche Lehrstellen-Lotsen und ein Ausbildungsplatz-Akquisiteur, die gezielt Unternehmen ansprechen sollen.Eine Ausbildungsallianz der IHK mit der Handwerkskammer Trier, dem Arbeitsamt Trier und dem Trierischen Volksfreund soll unter dem Titel "Ausbildung jetzt" unter anderem Schulen für die Wichtigkeit einer frühen Berufsorientierung sensibilisieren. Regionale Ausbildungsbörsen sollen Betriebe mit freien Lehrstellen und unversorgte Bewerber zusammenbringen.Wie wichtig eine gute Ausbildung ist, betonte auch Karoline Gönner: "Wer wettbewerbsfähig sein will, braucht gut und praxisnah ausgebildete Mitarbeiter."Gönner stellte die Bemühungen der Europäischen Kommission vor, berufliche Qualifikation in Europa nachweisbar und vergleichbar zu machen. Es solle möglich sein, an einem beliebigen Ort in Europa eine Aus- und Weiterbildung zu absolvieren und sie in einem anderen Land anerkannt zu bekommen. Das Ziel sei aber nicht, die Bildungssysteme einander anzugleichen, betonte sie. "Die Betriebe müssen in der Lage sein, die Qualifikation von Bewerbern einzuschätzen."