Geschenkt oder gestohlen?

WITTLICH/TRIER. (mok) Am Amtsgericht Wittlich hat gestern der Prozess gegen einen leitenden Angestellten einer Trierer Bank begonnen. Ihm wird vorgeworfen, bei seiner vorherigen Tätigkeit in einer Bank in der Eifel Wertpapiere für rund 90 000 Euro, fünf Krügerrand-Münzen sowie 107 000 Mark Bargeld aus dem Schließfach eines Kunden gestohlen zu haben.

Am ersten Prozesstag beteuerte der Angeklagte vor dem Schöffengericht, das Geld nicht gestohlen zu haben. Zusammen mit dem Geschädigten sei er vor einigen Jahren nach Luxemburg gefahren, um von dort Bargeld nach Deutschland zu transferieren. Als Dank für diese Fahrt, die er vor Gericht als "heikle Angelegenheit" bezeichnete, habe er von dem Geschädigten einen dreistelligen Betrag erhalten. Einen Teil dieses Gelds habe der Bankkunde zunächst in einem Schließfach in der Bank verwahrt und später mit Hilfe des Angeklagten angelegt. Als weiteres "Dankeschön" für seine Hilfe habe der Mann ihm "ein Bündel Zinsscheine in die Hand gedrückt", so der Angeklagte. Als dieser zu einer anderen Bank gewechselt war, wurde der Inhalt des Schließfachs von einem Kundenberater geprüft. Beim Blick auf die von diesem erstellte Inventarliste, fiel dem inzwischen verstorbenen Geschädigten auf, dass Münzen, Wertpapiere und Geld fehlten. Im Prozess wurden der Angeklagte und Verwandte des Opfers gehört sowie Angestellte der Eifeler Bank, um zu prüfen, wer Zugang zum Schließfach hatte. Der Prozess wird in der kommenden Woche weitergeführt.