Geschichte zum Anfassen

Trier. Großer Andrang herrschte in den Trierer Museen beim 29. Internationalen Museumstag. Mit speziellen Vorträgen, Ausstellungen und besonderen Angeboten für die Jüngsten lockten die Trierer Einrichtungen die Besucher in ihre Häuser.

Mit der Resonanz waren die Verantwortlichen des Rheinischen Landesmuseums sehr zufrieden. Nach Toresschluss stand fest, dass mehr als 1400 Besucher das Angebot des Museums am Palastgarten wahrgenommen hatten. Mit großer Neugier schauten sich die Besucher den Rundbau des Museums an, der erstmals seit 1984 wieder für eine Ausstellung genutzt wird. Während die Erwachsenen sich auf Entdeckungsreise durchs Museum begaben und die neu gestaltete Ausstellung "Götterwelten" bewunderten, gab es für die jüngsten Besucher ein besonderes Angebot. Gespannt hörten sie den Erläuterungen von Anne Kurtze und Isabelle Andruet zu, die ihnen die Geheimnisse von Heiligenbildern der orthodoxen Kirche erklärten. Danach wurden sie selbst aktiv: Mit Wachsmalstiften gestalteten sie auf goldenem Papier ihre eigenen Ikonen, die sie nach dem Programm stolz ihren Eltern präsentierten. "Es macht Spaß, das Thema interessiert mich, ich war schon öfters hier im Museum", sagte der neunjährige Aschkan Yagobzadeh, der mit großer Begeisterung seine eigene Ikone entwarf. Gut besucht waren auch die wissenschaftlichen Buchvorstellungen im Bischöflichen Diözesanmuseum. Aufmerksam hörten über 150 Zuhörer den Präsentationen von Andrea Binsfeld über die "Graffiti der frühchristlichen Kirchenanlagen in Trier" sowie von Hiltrud Merten über "Ausgrabungen in der Kurie von der Leyen und der Liebfrauenkirche" zu. Ingesamt besuchten 600 Menschen das Museum in der Windstraße hinter dem Dom. Genauso viele Besucher nutzten die Chance, das Geburtshaus von Karl Marx in der Brückenstraße zu besuchen. Den ganzen Tag waren die Mitarbeiter der Friedrich-EbertStiftung damit beschäftigt, die Besucher kostenfrei durch die vor einem Jahr neu gestaltete Ausstellung zu führen. "Wir bieten schon den ganzen Tag drei Führungen parallel an", erläuterte Karl Salm, Mitarbeiter im Karl-Marx-Haus. Auch das Spielzeug-Museum am Hauptmarkt sowie die Domschatzkammer hatten sich am Museumstag beteiligt. "Sehr interessant", lautete das Fazit von Ralf Schröder, der mit seiner Familie den Tag nutzte, um die Trierer Museen zu besuchen.