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Geschichten aus dem Trierer Land auf 497 Seiten

Geschichten aus dem Trierer Land auf 497 Seiten

Ein Ausflug von der Antike bis in die Gegenwart: Das bietet das kurtrierische Jahrbuch, dessen 54. Ausgabe in der Stadtbibliothek in der Weberbach interessierten Besuchern vorgestellt wurde. Auf 497 Seiten bietet sich den Lesern spannende Geschichte.

Trier. Wissenschaft kann manchmal brutal sein. Franz Irsigler, früher Professor für geschichtliche Landeskunde an der Universität Trier, kennt Hintergründe von aberwitzigen, harten Kämpfen in der Vergangenheit. "Um das Jahr 1900 herum forderten sich Forscher auch mal zu einem Duell heraus - mit der Pistole", erzählte er. #
Deutlich gesitteter geht es im Hier und Jetzt zu. So hielt ein glücklicher Franz Irsigler keinen Colt in der Hand, sondern ein Exemplar des kurtrierischen Jahrbuchs.
Die 54. Ausgabe des Werkes ist ein echtes Stück lokaler Kulturgeschichte auf 497 Seiten. Forscher haben dazu 15 Aufsätze beigesteuert, die auf regionale Ereignisse eingehen - von der Antike bis in die Gegenwart hinein. "Das ist ein schöner, stattlicher Band geworden", freute sich Irsigler, der Vorsitzende des Vereins Kurtrierisches Jahrbuch, bei der Vorstellung des Bandes in der Stadtbibliothek in der Weberbach.

Dort präsentierten die Macher vor 50 Zuhörern das Buch. Dieses greift Geschichten aus dem Gebiet des ehemaligen Kurfürstentums Trier auf. Was in dem Band steckt, zeigte der Festvortrag von Gunther Franz. Der ehemalige Direktor der Stadtbibliothek referierte über das Thema "Vom Königreich Jerusalem nach Pommersfelden. Barocke Prachtwappen der Trierer Kurfürsten 1680 bis 1756."
Die Arbeit ist eine von mehreren Aufsätzen von Autoren, die sich für Heimatgeschichte begeistern. Unter anderem gibt es Hintergründe zu den Trierer Kaiserthermen, zur Ausstellung des Heiligen Rocks im Jahre 1585, zu Flüchtlingen der Französischen Revolution nach Trier, zur Geschichte der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) in Wittlich und zu Prozessen gegen Kriegsverbrecher der Nazi-Zeit. Ob aus Briefen, Büchern, Bildern - die Forscher haben sich auch bei dieser Ausgabe vieler Quellen bedient.
Eine Chronik des Jahres 2013, in der alle wichtigen Ereignisse und die Presseinhalte für Trier enthalten sind, trug außerdem Manfred Wilhelmi bei. Das ist schon ein traditioneller Service in dem Jahrbuch.
Was sich geändert habe, sagte Irsigler lächelnd, sei die Produktion. "Früher gab es noch Historiker, die ihre Aufsätze in Handschrift eingereicht haben. Eine Sekretärin musste die Vorlage dann mühsam auf ihrer Schreibmaschine abtippen. Mit Computern geht alles unglaublich schnell", erzählte er mit einem Schmunzeln. Wie die Pistolen-Duelle, sind die Zeiten des Abtippens vorbei. Die lange Geschichte des kurtrierischen Jahrbuchs geht aber weiter. Dieses sammelt weiterhin die schönen, spannenden und schrecklichen Ereignisse in den Epochen, die Menschen in Trier erlebt haben. flor
Extra

Die 54. Ausgabe des kurtrierischen Jahrbuchs kostet 15 Euro und ist 497 Seiten dick. Sie ist in allen Buchhandlungen erhältlich und ebenso in der Trierer Stadtbibliothek in der Weberbach. Das Werk sei in einer Auflage von 1000 Exemplaren gedruckt worden, so Michael Embach, Bibliotheksdirektor und Schriftleiter des Vereins kurtrierisches Jahrbuch. Die Produktionskosten liegen demnach bei "knapp 6000 Euro". Diese werden vom Land, der Stadt, dem Bistumsarchiv, Sponsoren und der Gesellschaft für nützliche Forschung getragen. Das 55. kurtrierische Jahrbuch wird vor Weihnachten 2015 erscheinen. flor