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Gesellschaft für nützliche Forschungen Trier ernennt Lothar Schwinden zum Ehrenmitglied

Geschichte : 850 Mitglieder und ein Ehrenmitglied

Die Gesellschaft für nützliche Forschungen dankt ihrem Ex-Geschäftsführer Lothar Schwinden auf besondere Weise.

Ein Coup, der Schwinden baff machte, zumal er im Vorfeld nichts ahnte. Schließlich gehören GfnF und Landesmuseum aufs engste zusammen. Die hochkarätige archäologische Sammlung des Vereins wird seit 1877 im Museum ausgestellt, und das führende Museumspersonal ist – Tradition verpflichtet – in der GfnF engagiert. So auch Schwinden. Der aus Daleiden (Eifelkreis Bitburg-Prüm) stammende Wissenschaftler mit Spezialgebiet Epigrafik (Hand- oder Inschriftenkunde) stand von 1981 bis 2017 in Diensten des Landesmuseums. 1991 übernahm er vom damaligen Direktor Heinz Cüppers (1929 bis 2005) das Amt des Geschäftsführers. Cüppers wurde Vorsitzender.

Bis zum vergangenen Frühjahr managte Schwinden den rund 850 Mitglieder zählenden Verein, organisierte auch die Vortragsreihen, Führungen und Exkursionen – ehrenamtlich, versteht sich. „Was er machte, ging stets weit über das hinaus, was als Normalmaß gilt. Er hat sich in höchstem Maße verdient gemacht“, betonte der Vereinsvorsitzende, Uni-Geschichtsprofessor Lukas Clemens, dessen Archäologenkarriere einst am Landesmuseum begann. Schwindens letztes Großprojekt als Geschäftsführer: Er war maßgeblich beteiligt an der kürzlich abgeschlossenen Restaurierung der Überreste der römischen Kaiservilla neben und unter der Kirche St. Nikolaus in Konz.

Zum Dank dafür gab es die Ehrenmitgliedschaft, schriftlich fixiert auf einem der noch wenigen vorhandenen original Urkundenvordrucke von 1901, die zum 100. Gründungstag der GfnF angefertigt wurden.

Schwinden, der „Beweihräucherungen“ seiner Person gerne aus dem Weg geht, ist nun das einzige lebende Ehrenmitglied des Vereins. Um Vorgänger in dieser Funktion zu finden, muss man weit zurückblicken: Fridolin von Sandberger (1826 bis 1898). Hermann Kickton (1878 bis 1957), dessen Buch „Die Urzeit des Trierer Landes“ die GfnF 1925 veröffentlichte, und zuletzt Stadtbibliotheks-Direktor Richard Laufner (1916 bis 2014). Als Ehrenmitglied wäre er befreit davon, aber Schwinden kündigte an: „Ich bezahle auch weiterhin meinen Mitgliedsbeitrag.“

Der beläuft sich auf 30 Euro jährlich. Mitglieder haben freien Eintritt in Landes-, Stadt- und Dommuseum, in die Schatzkammer der Stadtbibliothek und die staatlichen Weltkulturerbe-Bauten. Das Kurtrierische Jahrbuch und die „Funde und Ausgrabungen“-Bände des Landesmuseums erhalten sie gratis. Infos online unter:

www.gfnf-trier.de