Gespür für Lärm erhalten

Er ist unser täglicher Begleiter, selbst nachts lässt er uns nicht in Ruhe: Lärm. 140 junge Menschen haben sich am "Internationalen Tag gegen den Lärm" beim Bürgerservice Trier (BÜS) über Lärmquellen, -belastung und -schutz informiert.

Trier-Zewen. (mehi) Wer im Sportstudio trainiert, müsste, wäre es der Arbeitsplatz, einen Gehörschutz tragen. Denn dort ist dieser ab 85 Dezibel Pflicht. Sportgeräte, Musik und Traineranweisungen können jedoch bis zu 105 Dezibel erreichen. Der MP3-Player bringt es gar auf 110 Dezibel und ist damit lauter als Presslufthammer oder Kreissäge (100 Dezibel). "10 Dezibel nimmt der Mensch als Verdopplung des Lärms wahr", berichtete Norbert Faber von der Gewerbeaufsicht. Wer ständig Lautstärken über 80 Dezibel ausgesetzt sei, könne seine Ohren dauerhaft schädigen, betonte Fabers Kollege Oliver Krings. "Dies ist nicht umkehrbar." Akustische Dauerbelastung führe zudem zu Herz-Kreislauferkrankungen, Bluthochdruck und Stresssymptomen.Neun Stationen umfasst der Lärmparcours, den der Bürgerservice Trier (BÜS) am "Internationalen Tag gegen den Lärm" auf seinem Betriebsgelände aufgebaut hat. Mit Lärmmessgeräten ermittelten die Mitarbeiter der Gewerbeaufsicht die Geräuschkulisse von Maschinen am Arbeitsplatz, Autos und Motorrädern. Ärzte, Hörakustiker und B·A·D Gesundheitsvorsorge und Sicherheitstechnik führten Hörtests durch. Gemeinsam mit der AOK informierten sie 140 Auszubildende des BÜS und Schüler der Arbeitsweltklassen der Kurfürst-Balduin-Schule über die Gefahren von Lärmbelastungen am Arbeitsplatz und in der Freizeit und wie sie sich schützen können."Wir möchten den Jugendlichen ein Gespür vermitteln, was Lärm ist", sagte Oliver Krings. Denn Lärmschutz sei Erziehungssache. Wichtig sei ein guter Bügel- oder Kapselgehörschutz, der den Lärmpegel am Ohr senke und dennoch Unterhaltung zulasse.