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Geteilter Mantel vereinigt Christen

Geteilter Mantel vereinigt Christen

Der Mantel soll an die Taten des heiligen Martin erinnern und ist unterwegs von Ungarn bis Frankreich. Gläubige des Bistums Trier trugen den Mantel ein Stück des Weges von Trier bis Wasserbillig.

Trier/Wasserbillig. Gemeinsam trugen sie dasselbe Gewand: Eine Pilgergruppe hat einen Martinusmantel von Trier nach Wasserbillig getragen, um an den Heiligen St. Martin zu erinnern. Er hatte bereits eine lange Reise hinter sich. Vom Geburtsort im ungarischen Szombathely bis zum Grab in Frankreich verläuft der europäische Kulturweg St. Martin von Tours. Anlässlich der Eröffnung dieser Route ist der Mantel unterwegs durch Europa. In der Pfarrkirche St. Martin in Wasserbillig überreichten ihn die Gläubigen an eine luxemburgische Pilgergruppe. Unter den deutschen Pilgern waren Hans-Georg Reuter, Beauftragter für den Martinusweg am Bistum Trier, und Prälat Franz Josef Gebert. Der weitere Weg des Mantels führt durch Belgien zum französischen Tours.
Der heilige Martin sei "Europäer der ersten Stunde" gewesen, sagte Gebert. Bei seinen zahlreichen Reisen im 4. Jahrhundert quer durch den Kontinent habe er an vielen Stellen Spuren hinterlassen, etwa durch Klostergründungen im heutigen Frankreich. Für den aktuellen Blick auf Europa könne aber vor allem die Haltung des historischen Bischofs von Tours ein Vorbild sein. "Martin hat sich nicht gescheut, seine Meinung zu sagen", erinnerte Gebert an dessen Rolle beim Prozess am kaiserlichen Hof in Trier gegen den als Irrlehrer angeklagten Priscillian.
Als Symbol für einen dieser Werte, das Teilen, steht der von einer Künstlerin aus Lörrach gestaltete Martinusmantel. red