"Gewalt hat viele Gesichter"

Fortbildungen, Veranstaltungen und Aktionen: Der Arbeitskreis Gewaltprävention hat zum 15. Mal ´Gewaltpräventionswochen ausgerichtet. Mit-Organisatorin Irene Stangl zieht Bilanz.

Trier. Irene Stangl ist Ansprechpartnerin des Arbeitskreises Gewaltprävention für den Kreis Trier-Saarburg und Mit-Organisatorin der Präventionswochen. Im TV-Interview blickt sie zurück auf deren Verlauf und voraus auf künftige Projekte.
Warum brauchen wir in Trier und Umgebung Gewaltpräventionswochen?

Irene Stangl: Konflikte, Streit, Gewalt gehören zu unserem Alltag. Der Arbeitskreis hat sich zum Ziel gesetzt, breit darüber zu informieren, was man gegen Gewalt tun kann. Unser Motto heißt "Gewalt hat viele Gesichter", und wir versuchen, diese Gesichter aufzuzeigen. Wir wenden uns an alle Altersgruppen und sensibilisieren für verschiedene Gewaltphänomene durch Vorträge, Fortbildungen und Veranstaltungen.
Auf welche Schwerpunkte konzentriert sich der Arbeitskreis?

Stangl: Das Thema Mobbing ist ein großer Teil unserer Arbeit, gerade in Schulen. Auch mit Cybermobbing in sozialen Netzwerken müssen wir uns immer intensiver beschäftigen. Eine neue Methode namens "No Blame Approach" hat sich bewährt: Dabei wird ein Täter nicht direkt angesprochen oder beschuldigt, sondern in das Geschehen einbezogen werden. Ich als Pädagogin bin von dieser Idee begeistert.
Was waren die Höhepunkte?

Stangl: Ein Höhepunkt unter den rund 40 Veranstaltungen war die Fachtagung zum Thema "Menschenwürde und Scham". Dabei gab es eine Darbietung "Scham und Schamlosigkeit im Alltag" des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums. Die Schüler stellten in einer Szenencollage Situationen der Gewalt vor. Sehr bewegend und beeindruckend.
Gibt es Pläne für künftige Gewaltpräventionswochen?

Stangl: Wir möchten die Kooperation mit Kindern und Jugendlichen vor Ort fördern und werden verstärkt Schulen anfragen. Außerdem werden wir nächstes Jahr vermehrt Gesprächskreise für Eltern anbieten, die verunsichert sind, wenn ihr Kind zum Beispiel gemobbt wird. sjsExtra

Irene Stangl, 55, ist studierte Pädagogin und wohnt in Trier. Sie bietet außerhalb der Präventionswochen Fortbildungen für den Arbeitskreis Gewaltprävention an. Dazu gehören Trainings zur gewaltfreien Kommunikation, Selbstsicherheitstrainings und Anti-Mobbing-Seminare. (sjs)/Tv-Foto: Sarah Schmidt