Gewinn für die Stadt

Es ist Teil meines Aufgabenbereiches, die Gebäude für das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Schweich zu bauen. Dies ist fürwahr in der heutigen Zeit eine auf Kante genähte Anforderung. Niemand weiß dies besser, als die Bürgermeister und die Mitglieder der Räte, deshalb kann ich mir dazu Argumentationen sparen.

Was mich in dem Artikel, dessen Aufmachung und inhaltliche Ausführungen selbstverständlich der Redakteur zu verantworten hat, irritiert das Zitat von Kreisschulreferent Martin Böckel: "Wenn eine private Schule Mitnutzer einer öffentlichen Einrichtung sein will, dann muss sie diese auch mitfinanzieren." Ich gehe davon aus, dass diese Äußerung wörtlich so nicht gesagt wurde, denn auch Herrn Böckel ist doch klar, dass öffentliche Einrichtungen dem Grunde nach allen zur Verfügung beziehungsweise offen stehen. Es geht doch hier nicht darum, dass die Stiftung eine Sportanlage nutzen will, sondern es geht um die Nutzung durch Schülerinnen und Schüler einer ortsansässigen Schule. Es geht um die Kinder von Eltern, die in der Stadt Schweich und in der Verbandsgemeinde Schweich wohnen und deren Eltern als steuerzahlende Bürgerinnen und Bürger die öffentliche Einrichtung "Sportanlage" mitfinanzieren. Die Stiftung kann sich nicht nur aus "finanziellem Stress" in der jetzigen Situation nicht beteiligen, sondern - so meine Auffassung - auch deshalb nicht, weil es für private Beteiligungen an öffentlichem Eigentum keine Regeln gibt. Wer sich privat beteiligt (investiert) muss auch Rechte erhalten, zum Beispiel Mitentscheidungsrechte. Wird es die geben? Besteht dazu Bereitschaft? Also, das Zitat kann nicht korrekt sein. Das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium ist zweifelsohne ein Gewinn für die Stadt und die Verbandsgemeinde. Täglich kommen bereits jetzt rund 300 Kinder nach Schweich und im Schlepptau viele Väter und Mütter, die Schweich und seine Geschäfte bereichern. In wenigen Jahren werden es rund 500 Schülerinnen und Schüler sein, die dann auch selbst den einen oder anderen Euro in Schweich umsetzen werden. Die Schule ist somit auch ein "kleiner" (oder sogar großer?) wirtschaftlicher Faktor. Eine solche Großinvestition durch "Drohungen" (Ausschluss von...) zu kritisieren halte ich für kontraproduktiv, aber vor allem halte ich es für nicht angemessen. Hans-Georg Becker, Schweich