Giovanni Cipollini war der Motor der Städtepartnerschaft mit Ascoli Piceno. Nach seinem Tod liegt ein Kondolenzbuch aus

Trier : Trauer um einen großen Freund Triers

Giovanni Cipollini war der Motor der Städtepartnerschaft mit Ascoli Piceno. Nach seinem Tod liegt ein Kondolenzbuch aus.

Bei der Altstadtfest-Eröffnung am 22. Juni haben die Trierer ihm noch zugejubelt: Giovanni Cipollini, langjähriger Direktor für Kultur und Tourismus der italienischen Partnerstadt Ascoli Piceno, trug sich auf der Hauptmarkt-Bühne ins Gästebuch der Stadt Trier ein – ein offizieller Akt zum 60-jährigen Bestehen der transalpinen Partnerschaft. Aber auch eine Geste des Dankes an die treibende Kraft der Beziehung. Es war Cipollinis letzter öffentlicher Auftritt in Trier. Am 2. November ist er nach längerem Krankenhaus-Aufenthalt im Alter von 69 Jahren gestorben.

Cipollini war als Neunjähriger dabei, als 1958 eine Auto-Eskorte mit den Gästen aus Trier zur Begründung der Städtefreundschaft durch seine Heimatstadt fuhr. Diese Freundschaft wurde zu einem wichtigen Inhalt seines beruflichen, aber auch privaten Lebens.

Der Dottore, der an der Universität Chieti in Politikwissenschaften promoviert hatte, war ab 1981 als Direktor für Kultur und Tourismus mit der Aufgabe betraut, die Beziehungen zwischen den beiden antiken Städten zu pflegen und zu fördern. Er schaffte die Wiederbelebung einer eingeschlafenen Liaison, gerade rechtzeitig zum 2000. Geburtstags Triers 1984. Und er führte sie zu neuer Blüte. Mehr als 30 Jahre lang war er Ideengeber, Ansprechpartner, Organisator. Viele Kulturveranstaltungen in beiden Städten trugen seine Handschrift.

Cipollini war ein großer Trier-Freund und schloss viele Freundschaften in Trier. „Die Stadt war für ihn die zweite Heimat. Er fühlte sich hier wie zu Hause und wurde zum Botschafter: Es war ihm ein Bedürfnis, seinen italienischen Mitbürgern das trierische Lebensgefühl zu vermitteln. Mit zahlreichen selbst organisierten Reisen hat er Ascolaner versucht, für Trier zu begeistern“, berichten Ruth Mereien-Gürke und ihr Mann Hartmut Gürke, die zu seinem engsten Freundeskreis zählten.

Womöglich gäbe es ohne Cipollini nicht die Ascoli-Piceno-Gesellschaft, den 2001 gegründeten Verein, der die Partnerschaft jenseits von Rathaus-Aktivitäten auf bürgerschaftlicher Ebene hegt und pflegt.

Cipollinis großes Engagement und Verdienst um die Städtepartnerschaft zwischen beiden Städten würdigte der damalige Bundespräsident Horst Köhler 2007 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande, der Stadtrat zeichnete ihn ebenfalls 2007 mit dem Trierer Ehrenbrief aus, und die Ascoli Piceno Gesellschaft hat ihn bereits 2002 zum Ehrenmitglied ernannt.

Auch im Ruhestand blieb Cipollini ein verlässlicher Partner in allen organisatorischen Angelegenheiten, etwa bei den jährlichen Fahrten des Partnerschaftsvereins zur Quintana, Ascolis traditionellem Ritterturnier.

Die Todesnachricht hat in Trier große Betroffenheit und Trauer ausgelöst. „Die Partnerschaft zwischen Trier und Ascoli ist durch diese selbstlose und unermüdliche Arbeit in vielfältiger Weise bereichert worden. Giovanni Cipollini war der Motor dieser kommunalen Verbindung“, würdigt OB Leibe den Mann, dem die Freundschaft mit Trier eine Herzensangelegenheit war.

Der enge Freundeskreis hat ein Kondolenzbuch für Giovanni Cipollini im Hotel Deutscher Hof, Südallee 25, ausgelegt. Eintragungen sind bis einschließlich Mittwoch, 28. November, möglich.

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