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Gitarren-Duo Coskun & Wuppinger beim Tufa-Open-Air in Trier

Konzert : Gitarristen vereinen die Stile verschiedener Welten

Das Gitarren-Duo Coskun & Wuppinger hat beim Tufa-Open-Air in Trier einen bezaubernden Mix gespielt, der vom Barock bis zu Frank Sinatra reichte.

Seit Juni bespielt das Trierer Kulturzentrum Tuch­fabrik (Tufa) seinen Innenhof mit Kabarettveranstaltungen am Mittwoch und Konzerten am Freitag unter dem Etikett Kleinkunst. So versucht das Team um Geschäftsführerin Teneka Beckers, „den Laden am Laufen zu halten“ und nach den Lockerungen der Corona-Regeln seine Nische neben den zahlreichen Umsonst-und-Draußen-Events zu besetzen. „Die Künstler freuen sich ja auch, wieder etwas Geld einzunehmen“, sagt die Chefin.

Was am Freitag auf der Bühne im stimmungsvollen Innenhof geboten wird, darf indes als große Kunst im kleinen Format gelten. Das Gitarren-Duo Coskun & Wuppinger vereint mit klassischer und Jazz-Gitarre die Stile verschiedener Welten. Neben Eigenkompositionen gibt es Stücke von Johann Sebastian Bach über Pat Metheny bis zum osmanischen Sultan Abdülaziz. Letzterer finanzierte als Freund von Richard Wagner den Bau des Bayreuther Festspielhauses mit. Ozan Coskun ist ein Meister an der klassischen Gitarre. Virtuos fliegen seine Finger über die Saiten, hochkonzentriert interpetiert er den barocken Meister Bach, den beide Musiker gerne und durchaus sinnhaftig mal mit Frank Sinatras von Bart Howard komponiertem Song „Fly me to the Moon“ gemixt wird. Die türkische Bedeutung des Namens Coskun ist „lebhaft, feurig, begeistert“. Und all diese Attribute treffen erstaunlicherweise auf das Spiel des jungen Mannes zu. Den jazzigen Part übernimmt Frank Wuppinger, der mit verschiedenen Bands schon häufiger in der Trierer Tufa zu Gast war. Mit viel Seele interpretiert er seine Songs. Vor allem die von ihm selbst komponierten haben eine besondere Magie. Mal melancholisch, mal spanisch-tänzerisch, Coskun fügt dann noch einen orientalischen Hauch dazu – großartig. Musik pur, kein Firlefanz, zwei Künstler, zwei Gitarren, das reicht. Die knapp drei Dutzend Zuschauer des 80-minütigen Konzerts sind begeistert, erklatschen sich zwei Zugaben. Sie – und offensichtlich auch die Musiker – fühlen sich wohl in der lauschigen Atmosphäre des Sommer­abends. Auch der diskrete Service und die Küche des haus­eigenen Restaurants Textorium steuern ihren Teil zum Gelingen einer runden Ver­anstaltung bei.