Glasfaser statt Kupferanschlüsse für bessere Breitbandversorgung in Trier-Saarburg

Kostenpflichtiger Inhalt: Breitbandversorgung : Schneller surfen im Kreis als in der Stadt Trier

Bei der Breitbandversorgung werden im Landkreis Trier-Saarburg mehr Millionen verbaut als bisher geplant. In puncto Datenübertragung überholt der Kreis somit die Stadt Trier.

Es gibt mehrere große Unterschiede zwischen der Trierer Innenstadt und Ralingen-Edingen an der Sauer. Jenseits der Lage und der Busanbindung ist die Versorgung mit schnellem Internet ein gravierender. Denn während das Zentrum der Stadt, Teile von Ehrang, Trier-Nord oder Heiligkreuz laut Breitbandatlas des zuständigen Bundesverkehrsministeriums beim Thema Datenübertragung eher schwach auf der Brust sind, sind in Edingen 100 Mbit/Sekunde (siehe Info) Standard.

Eigentlich sollte der Ralinger Ortsteil wie viele andere Orte durch das vom Energieversorger RWE gegründete Tochterunternehmen Innogy fit für die Breitbandzukunft gemacht werden. Rund 9,6 Millionen Euro sollte das insgesamt kosten. 90 Prozent dieser Summe übernehmen Bund und Land, den Kreis Kreis und Verbandsgemeinden (der TV berichtete). Nun hat Innogy-Konkurrent Deutsche Telekom die Ausbaupläne durchkreuzt und laut Kreisverwaltung 1173 Adressen von sich aus mit Breitband (maximal 100 Mbit/Sekunde) ausgestattet. Unter anderem Kordel-Kimmmlingen sowie Teile von Beuren im Hochwald, Igel und Nittel.

Die Internetnutzer in den besser versorgten Häusern freut das sicher, dass die jetzt schnelles Internet haben können. Die Verantwortlichen beim Landkreis und bei den Verbandsgemeinde haben jedoch nun ein Problem. Denn nun kann Innogy weniger Anschlüsse ausbauen und auch weniger Breitbandkunden für sich gewinnen. Dadurch entsteht eine Wirtschaftlichkeitslücke von knapp 700 000 Euro, die an Innogy zu zahlen wäre. Der Landkreis und die Verbandsgemeinden wollen aus dieser Notlage das Beste herausholen und haben sich für eine Änderung der Pläne entschieden. So sollen nun bei 1173 Adressen das Glasfaser nicht nur bis zum Kabelverzweiger reichen, sondern bis in die Gebäude selber. Damit sind Übertragungsraten von maximal 1 Gbit/Sekunde möglich. Das zehn Mal schnellere Internet hat seinen Preis. Und zwar laut Kreisverwaltung knapp 4,9 Millionen Euro. 90 Prozent davon übernehmen erneut Bund und Land. Kreis und Verbandsgemeinden zahlen den Rest.

Der Kreisausschuss wird sich in seiner Sitzung am Montag, 26. August, mit dem Thema beschäftigten. Der Verbandsgemeinderat Trier-Land – zuständig für die Anschlüsse in Igel, Newel, Ralingen und Welschbillig – hat in seiner jüngsten Sitzung dem Glasfaserausbau bereits zugestimmt. Thema wird es noch in der VG Schweich (Fell), in der VG Hermeskeil (Beuren, Neuhütten), der VG Saarburg-Kell (Zerf, Wincheringen) und der VG Konz (Nittel).

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