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Glaube im Alltag für samstag, 13. März

Kirche : Einsichten

Am Donnerstag jährte sich die Atomkatastrophe von Fukushima zum zehnten Mal, 25 Jahre sind vergangen seit auch in Teilen Deutschlands die Folgen des Desasters von Tschernobyl ankamen, die Corona-Pandemie ist ins zweite Jahr gegangen.

Hat doch nichts miteinander zu tun? Doch, es gibt nämlich einen gemeinsamen Nenner. Der Menschheit werden spürbare Grenzen sehr deutlich aufgezeigt. Sowohl eine letztlich nicht zu beherrschende Technik als auch ein unscheinbares Virus können das komplette Leben umkrempeln.

Wissenschaftlich gut begründet ist der Zusammenhang zwischen den immer einschneidenderen Eingriffen in die Natur und dem Auftreten bislang unbekannter Krankheiten (TV vom 11.03.21). Die aggressive Abholzung der Regenwälder sowie der weltweite Handel mit Wildtieren aller Art etwa befördern neben Klimawandel und Erderwärmung die Verbreitung bis dato nur sehr begrenzt auftretender Krankheitserreger.

Seit fast vierzig Jahren mahnen die christlichen Kirchen die Bewahrung der Schöpfung an. Dabei geht es im Grundsatz um die Sicherung der Lebensgrundlagen für Mensch und Tier in einer Weise, die dies auch nachfolgenden Generationen ermöglicht. Viele kirchliche Verbände und Gruppen engagieren sich seither unter anderem für Nachhaltigkeit und gerechte Verteilung der Ressourcen der Erde.

Eigentlich könnte die aktuelle Erfahrung mit der Pandemie solche Bemühungen befördern, sitzt doch die Menschheit erkennbar „in einem Boot“. Allerdings stimmt es mich nicht sehr optimistisch in welch aggressiver Weise derzeit immer mehr Menschen darauf drängen, dass alles wieder so werden muss wie vor Corona, vor allem für sie selbst. Etwas Nachdenklichkeit über die eigene Verantwortung in dieser Welt könnte in der Zeit der noch andauernden Einschränkungen Gelassenheit und Geduld fördern.

Ingrid Müller

Pastoralreferentin in Trier