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Glaube im Alltag für Samstag, 20. Juni

Kolumne : Hinter den Kulissen

Immer wieder mal war in den letzten Wochen zu lesen, man höre von der Kirche in dieser Corona-Zeit nichts. Jenseits wieder möglicher Gottesdienste werden die Aktivitäten auch selten nach außen sichtbar.

Viele Gemeinden haben über die digitalen Medien Kontakt gehalten und Hilfen angeboten, das ist ja noch recht einfach. Schwieriger ist es mit den Menschen, die nicht digital vernetzt sind. Außerdem gehören viele Ehrenamtliche in den Gemeinden zu sogenannten Risikogruppen, die Beschränkungen noch genauer einhalten und sich möglichst wenig in die Öffentlichkeit begeben sollen.

Noch schwieriger ist es für Menschen in Senioreneinrichtungen, denen Beschränkungen bis hin zum strikten Besuchsverbot seit Monaten aufgezwungen werden. Hier ist Kirche gefragt, hier greifen Seelsorgerinnen und Seelsorger häufig zum Telefon und halten die Verbindungen – sozusagen hinter den Kulissen und für die Öffentlichkeit unsichtbar.

Daneben sind auch noch die vielen Christinnen und Christen im Blick zu behalten, für die alle vorher selbstverständlichen Aktionen und Aktivitäten in Gruppen wegfallen. Wer jetzt einwendet, dass die Treffen zu Gespräch oder Kaffeetrinken, zum Singen oder zu sportlichen Tätigkeiten nun wirklich nicht lebenswichtig seien, greift viel zu kurz.

Das wird deutlich an Menschen, die so schnell wie möglich in vermeintliche Urlaubsparadiese im Süden am Meer aufbrechen.

Die häufigste Begründung: Mir fällt die Decke auf den Kopf, ich muss was anderes sehen. Und das sind Menschen, die im Berufsleben stehen und ihren Alltagsgeschäften nachgehen. Sie sind keineswegs derartig isoliert wie alleinlebende ältere und alte Menschen.

Deshalb ist die Seelsorge hinter den Kulissen für viele lebensnotwendig.

Ingrid Müller

Pastoralreferentin in Trier