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Glaube im Alltag: Neue Normalität

Kolumne Glaube im Alltag : Neue Normalität

Gründergestalten sind in der Regel mit einem besonderen Charisma ausgestattet, das anziehend und identitätsstiftend wirkt. Doch irgendwann kommt für jede noch so charismatische Persönlichkeit der Tag, an dem sie sich zurückziehen muss.

Zu erkennen, dass es Zeit ist, die Geschäfte zu übergeben, ist wohl einer der schwierigsten Entscheidungen in der Entwicklung eines Unternehmens. Insbesondere weil sie ein hohes Maß an Vertrauen und Zutrauen in die nachfolgende Generation voraussetzt. Am Ende hängt die Zukunft des Unternehmens vom Gelingen dieser Entscheidung ab.

Während hier die Bereitschaft verlangt wird, sich selber zurückzunehmen, loszulassen und Verantwortung abzugeben, sieht sich die Nachfolgegeneration mit der Herausforderungen konfrontiert, sich neu zu finden, sich mit dem eigenen Selbstverständnis auseinanderzusetzen, Verantwortung übernehmen zu müssen und zu überlegen, wie der Geist der Gründergestalt, ihr Erbe trotz aller Veränderungen noch weiter getragen und fortgeführt werden kann.

Christi Himmelfahrt: Jesus zieht sich zurück. Es ist an der Zeit. Übergabe: „Geht…, tauft…, lehrt!“ Mit diesen Worten, so im Evangeliumstext zu Christi Himmelfahrt, schickt Jesus seine Jünger los und nimmt sie, nimmt uns in die Pflicht, selber für das „Unternehmen“ Christsein tätig zu werden. Er verlässt uns nicht – er entlässt uns in eine Freiheit und Verantwortung hinein. Eine neue Normalität bricht an. Ein riesiger Vertrauensvorschuss. Wenn es uns wichtig ist, machen wir was draus.