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Glaube im Alltag zum Thema Impfen

Glaube im Alltag : Barrierefrei?

Ja gut, die Barrieren für Impfwillige mit Rollstuhl oder Rollator sind ja dann wohl schnell beseitigt worden im Trierer Impfzentrum (der TV berichtete). Peinlich genug – aber alle haben daraus gelernt.

Andere Barrieren gegen die Corona-Schutzimpfung scheinen deutlich höher zu sein – mal abgesehen davon, dass es noch dauert, bis genug Dosen für alle da sind. Immer noch gibt es wohl allzu viele, die eine Impfung ablehnen wollen. Unter anderem auch mit einem angeblich religiösen Argument: Eine Impfung greife in Gottes Schöpfung ein – und das halten manche für verboten.

Naja – die ersten bekannten Impfstoffe greifen ja nun kaum stärker in das Menschengeschöpf ein als der Wecker am Morgen: die „Boten-RNAs“ wecken sozusagen die Immunabwehr und machen sie auf die neue Gefahr aufmerksam; damit die Antikörper aktiv werden können, wenn ein Covid19-Virus auftaucht.

Außerdem: Selbst die Hälfte der Menschheit verdankt sich ja auch einem Eingriff „in die Schöpfung“. Die Bibel erzählt, wie Gott dem Adam ein Gegenüber sucht – zunächst vergeblich. Da greift der Schöpfer radikal ein in sein eigenes Werk; er nimmt dem Menschen eine Rippe weg und macht daraus die Eva. „Endlich ein Mensch wie ich“, ruft der erste Mensch aus.

Und da erzählt die Bibel auch gleich noch mit, warum die Corona-Impfung jetzt dran ist – selbst wenn sie ein Eingriff in die Schöpfung wäre: Menschen sind wir ja eigentlich nur, weil wir auch ein menschliches Gegenüber haben; ein Gottes-Geschenk. Und das ist auch eine Aufgabe: Jede und jeder ist von Anfang an verantwortlich für sich selbst und vor allem auch für die Anderen, für ihr und sein Gegenüber. In pandemischen Zeiten heißt diese Schöpfungsaufgabe für mich: mich impfen lassen, sobald ich „dran“ bin; Gott und der Forschung dankbar und mitverantwortlich auch für die Gesundheit – meine und die von anderen.