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Glaube im Alltag zur Verständlichkeit des Glaubens

Glaube im Alltag : Leicht und schwer

Wenn ich in mein Bücherregal im Pfarrdienstzimmer schaue, sehe ich dort Bücher mit Titeln wie: „Erklärt. Kommentar zur Zürcher Bibel.“ Oder ein Gebetsbuch „Worte finden“. Oder einen dicken Wälzer „Ökumenische Dogmatik“, der trotz mehr als 800 Seiten den Untertitel „Grundzüge“ trägt.

Jetzt, da mir das auffällt, werde ich nachdenklich und frage mich: Ist es wirklich so kompliziert mit unserem Glauben? Ist es wirklich so schwer, dass so viel erklärt werden muss und man ohne Hilfe keine Worte finden kann?

Ja und nein, irgendwie. Ja, denn vieles an unserem Glauben ist ja wirklich nicht leicht zu verstehen: Die Bibel, deren Bücher zu ganz anderen Zeiten, unter ganz anderen Bedingungen von Menschen aufgeschrieben wurden, ist ohne Hintergrundwissen an vielen Stellen kaum zu verstehen. Sie muss in unsere Zeit übersetzt werden – und zwar nicht nur wegen ihrer meist auch noch ziemlich altertümlich anmutenden Sprache, sondern auch ihre Inhalte.

Die ganze Auslegungsgeschichte der Bibel, die Geschichte der Kirche, jahrhundertelange Versuche, den Glauben in Dogmen und Lehrsätzen festzuschreiben: all das steht mit im Raum und es gibt Gelegenheiten, wo das erklärt werden muss. Die Strukturen der Kirchen, die Liturgie, Kirchenrecht und Kirchenordnung: viel Erklärungsbedarf!

Manchmal braucht es vielleicht keine präzise Erklärung, aber jemanden, der einem Worte leiht: wenn die Not die eigenen Worte verschlingt; wenn das, was man im Innern von Gottes Kraft erfährt, nicht mit rationalen Sätzen auszudrücken ist; wenn der eigene Glaube aus Vertrauensfetzen, Traditionsresten und diffusen Wünschen besteht, die man nicht zu artikulieren vermag.

Ja, Religion und auch der Glaube können kompliziert sein.

Aber eben auch: nein, es ist eigentlich ganz leicht: DU bist Gottes geliebtes Kind! Gott ist die Liebe und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in ihm. Ist doch klar!