Glaube im Alltag

Die Redensart "auf Wolke 7 schweben" steht für eine außergewöhnliche Hochstimmung. Es muss nicht unbedingt das Gefühl der Verliebtheit sein, es kann auch pure Lebensfreude beinhalten.

Ich bin immer dankbar, wenn ich Menschen begegne, die das gerade erleben; es färbt automatisch ab. Ein Stimmungshoch, weil endlich der Frühling beginnt, die Freude über das gerade erst bestandene Abitur, die Zusage für den Studienplatz oder die langersehnte neue Arbeitsstelle. An welches Stimmungshoch können Sie sich erinnern? Es gibt aber auch das krasse Gegenteil. Der Alltag ist manchmal hart, erbarmungslos: Wenn der Wecker klingelt, der Berufsalltag stresst, die Kinder pubertieren und es den Anschein hat, dass nichts rundläuft. Alle diese Faktoren beeinflussen unsere Stimmungen. Es ist gut, dass es beides gibt. Immer nur im 7. Himmel zu schweben, wäre vermutlich auch nicht auszuhalten. Ein gesundes Mittelmaß wäre gut: nicht immer den Anspruch zu haben, permanent die Wolke 7 anzustreben. Manchmal ist es nur die Wolke 4, die erreicht werden kann. Es hat auch etwas, sich dort wohlzufühlen, den Blick für die Realität ins Alltagsleben integriert, nicht "unten" allein zu leben, wie es in einem Lied von Philipp Dittberner heißt. Ich bin dankbar, eine Familie, einen Beruf und Freunde zu haben. Dankbar sein versus zu hohe Ansprüche an das eigene Leben und das der anderen zu haben. Wie schön wäre es doch, wenn alle ihre Ansprüche etwas runterschrauben könnten und dafür zufriedener wären. Das Lied "Wolke 4" kommt mit wenigen Worten und Gitarrenbegleitung aus. Wenn ich es im Radio höre, fühle ich mich glücklich, ohne mich einsortieren zu müssen, auf welcher Wolke ich gerade schwebe ... Rüdiger Glaub-Engelskirchen, Gemeindereferent St. Franziskus Hermeskeil