Glaube im Alltag : Moria

Wenn es um einen Impuls zum Glauben im „Alltag“ geht, kann ich an Moria nicht vorbei. Moria gehört bereits seit Jahren zu unserem Alltag in Europa und hat sich aktuell in unseren Alltag eingebrannt.

Das zentrale Gebot unseres Glaubens, die Nächstenliebe – Caritas – lässt nichts anderes zu, als dafür zu kämpfen, dass den Menschen in Moria, Flüchtlingen und Griechen, geholfen wird. Glaube muss hier zur Tat werden. Daher ist es gut, dass der Deutsche Caritasverband seinem Namen – der Programm und Auftrag ist – folgt und sich mit weiteren Hilfsorganisationen in einem Offenen Brief an die Bundesregierung gewandt hat mit der Forderung, sich für die Evakuierung der Flüchtlingslager und die Aufnahme der Flüchtlinge in den Ländern Europas einzusetzen.

Dabei belässt er es nicht nur bei Worten, sondern setzt sich schon seit Langem gemeinsam mit den anderen Hilfsorganisationen vor Ort für das Leben der Menschen ein. Das Thema Flucht und Asyl ist sehr komplex und es gibt viele Perspektiven und Interessen, die in die Diskussion um eine grundsätzliche Lösung einfließen. Gerade deshalb haben wir als Christen die Verantwortung dafür zu sorgen, dass unsere Botschaft der Nächstenliebe in dieser Diskussion nicht untergeht und die akut notwendige Hilfe nicht aus dem Blick gerät: In Situationen, in denen es um Leben und Tod geht, kann und darf mit der Akuthilfe nicht gewartet werden, bis die grundsätzlichen Fragen irgendwann einmal geklärt sind. Die Situation auf Lesbos ist eine solche Situation.

Markus Leineweber,

 Diplom- Theologe