Glaube im Alltag

Schon klar: Das war eher eine Panne ganz am Rande der großen Nero-Ausstellung. Eine saarländische Familie machte uns per E-Mail darauf aufmerksam.

Erst lobten sie ausdrücklich ("wir als Saarländer!") das differenzierte und nachdenkliche Bild des berüchtigten römischen Kaisers. Sie hätten einen ganz anderen Nero kennengelernt, gerade auch zum Thema Christenverfolgung. Aber dann kamen sie doch auf eine Geschmacksverirrung: Im Museumsshop hatten sie die Nero-Quietsch-Entchen so gerade noch erträglich gefunden; aber scharfe Würstchen als Nero-Fackeln!? Und nebenan war gerade davon die Rede gewesen, dass Nero Christenmenschen als Fackeln hatte anzünden lassen - zum eigenen Vergnügen und zur Unterhaltung des römischen Volkes!? Stimmt, das war ein wenig schräg. Die Fackel-Würstchen sind inzwischen aussortiert; Störung beseitigt. Es bleibt das Thema der Ausstellung - und das ist mehr als nur "Nero und die Christen". Das Museum am Dom nämlich erinnert daran, wie oft auch heute noch Menschen benachteiligt werden, gesellschaftlich geächtet oder gar ermordet, weil sie Christen sind und bleiben wollen oder weil sie den christlichen Glauben für sich neu übernommen haben. Und das passiert fast überall auf der Welt. Ja sicher - ähnliches trifft auch Gläubige anderer Minderheiten-Religionen, viel zu oft auch wechselseitig. Und manchmal geht es sogar innerhalb einer Religion darum, dass jemand einfach der "falschen" Konfession angehört, etwa im sogenannten Islamischen Staat. Wie zu Neros Zeiten verstecken sich hinter solchen Verfolgungsaktionen oft ganz andere Themen als "die Religion". Mit immer wieder üblen Folgen jedenfalls. Wie das funktioniert und was dagegen zu tun wäre: auch das kann die Nero-Ausstellung vermitteln - lohnt, sich anzuschauen - ganz ohne heiße Nero-Fackel-Würstchen. Altfried G. Rempe, Pastoralreferent in Trier