Globus-Markt in Trier: Drei Alternativen gesucht

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Die CDU-Dezernenten legen dem Stadtrat den Sachstand der Prüfung vor. Bis zur Entscheidung werden aber noch Monate vergehen.

Als der Trierer Stadtrat am 17. April mehrheitlich dafür stimmte, vor einer grundsätzlichen Entscheidung über die Ansiedlung eines Globus-Marktes mit einer Verkaufsfläche von etwa 10.000 Quadratmetern mehrere Standorte prüfen zu lassen, schlugen die emotionalen Wogen hoch. Auch die Dezernenten Andreas Ludwig, Thomas Schmitt (beide CDU) und Elvira Garbes (Bündnis 90/Die Grünen) hatten sich damals ausdrücklich gegen den von Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) bevorzugten Weg ausgesprochen, beim Land unmittelbar für das von Globus gekaufte Grundstück in der Niederkircher Straße im Gewerbegebiet Eurener Flur ein Zielabweichungsverfahren zu beantragen. Eine solche Sondererlaubnis ist für den Bau und Betrieb eines großflächigen Marktes außerhalb der Innenstadt notwendig.

Weil der Oberbürgermeister daraufhin die Verantwortung für das weitere Verfahren an die beiden CDU-Dezernenten übertragen hatte, war es bei der Stadtratssitzung am Donnerstagabend die Aufgabe von Baudezernent Andreas Ludwig, in Abstimmung mit seinem Stadtvorstandskollegen die Antwort auf eine Anfrage der FDP-Fraktion zu geben. Tobias Schneider wollte den aktuellen Sachstand bezüglich der geplanten Globus-Ansiedlung wissen. Von der emotional aufgeheizten Stimmung im Frühjahr war nichts mehr zu spüren.

Bereits unmittelbar nach dem Ratsbeschluss im April habe die Verwaltung Kontakt zu Globus aufgenommen, referierte Ludwig. „Die Dezernate III und IV haben zusammen mit den für Projektentwicklung zuständigen Mitarbeitern der Globus-Gruppe eine Arbeitsgruppe etabliert, die sich regelmäßig trifft.“ Während der Sitzungen sei eine Liste möglicher Standorte erarbeitet worden, die nach und nach mit Blick auf Verfügbarkeit, Erschließung, Einzelhandelstauglichkeit und Umweltverträglichkeit überprüft würden. „Ziel ist, es, dem Rat eine Bewertungsmatrix für maximal drei im Detail zu überprüfende Standorte vorzuschlagen.“

Konkrete Aussagen dazu, welche drei Standorte in die Endauswahl kommen könnten, machte Ludwig nicht. Allerdings gilt es nach TV-Informationen als sicher, dass neben dem von Globus favorisierten und bereits gekauften Gelände im Gewerbegebiet bei Euren auch das ehemalige Bahnausbesserungswerk in Trier-West zu den Kandidaten gehört. Konkret wird das Thema laut Ludwig in der nächsten Sitzung des Runden Tisches Einzelhandel am 17. Oktober diskutiert. „Dann geht es auch um den aktuellen Sachstand und die Weiterbearbeitung des Einzelhandelskonzepts.“

 Auch dieses, für die Steuerung des Einzelhandels wichtige Regelwerk, soll fortgeschrieben werden. Wegen dessen großer Bedeutung für die zukünftige Entwicklung der Innenstadt, hatte Oberbürgermeister Wolfram Leibe vor der Kommunalwahl vorgeschlagen, dass der neu gewählte Stadtrat darüber entscheiden soll. Konkret geht es dabei unter anderem darum, ob in Zukunft in Ausnahmefällen die großflächige Ansiedlung von Firmen auch außer­halb der Innenstadt erwünscht sein soll, die mit ihrem Warenangebot in Konkurrenz zu Geschäften in der City treten. Themen sind aber auch, ob die Stadtverwaltung einen aktiveren Part beim Erwerb von Immobilien einnehmen und konkret um interessante Firmen werben soll.

Doch zunächst geht es um das weitere Vorgehen in Sachen Globus-Markt. In einem Schreiben an die Mitglieder des damaligen Stadtrats hatte das Unternehmen im April eine Investition von 40 Millionen Euro einmalig und jährlich wiederkehrend eine Million Euro ebenso versprochen wie 350 bis 400 neue Arbeitsplätze und mehr Kaufkraft für Trier. Die damals zwischen den Zeilen versteckte Drohung, das Unternehmen werde sich bei einer Verzögerung des Verfahrens möglicherweise anders orientieren, war besonders bei CDU und Grünen nicht gut angekommen. 

Doch bei Globus ist davon heute keine Rede mehr. „Selbstverständlich sind wir weiterhin an einer Ansiedlung in Trier interessiert“, versicherte Stefan Ewerling, Leiter Standortplanung bei Globus, am Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung. „Aktuell führen wir gemeinsam mit der Stadtverwaltung eine Prüfung möglicher Alternativen durch. Ein abschließendes Ergebnis liegt noch nicht vor.“

Bis der neue Stadtrat konkret über einen Globus-Standort diskutiert, werden noch einige Monate vergehen. „Wir werden im Januar oder Februar soweit sein“, prognostizierte am Donnerstagabend Baudezernent Andreas Ludwig. „Nach Vorlage der Ergebnisse aus zwei gutachterlichen Stellungnahmen zu den Themen Verkehr und Einzelhandel sollen die verbliebenen und im Bauausschuss vorgestellten Alternativstandorte nochmals bewertet und selektiert werden. Die dann verbleibenden Standorte werden den Gremien zur Beratung vorgestellt.“

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