Glück mal zwei

Es sind zwei! Diese Nachricht ist für viele werdende Eltern erst einmal ein Schock - und dann das doppelte Glück. In der katholischen Familienbildungsstätte in Trier krabbeln Zwillinge alle 14 Tage gemeinsam, und ihre Eltern tauschen sich über die spezielle Herausforderung aus. So gleich und doch so anders: Karlotta und Josephine gehören zu den 77 Zwillings-Paaren, die 2007 in der Region Trier geboren wurden. Die Blondschöpfe sehen sich auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich. Doch die drei Minuten jüngere Karlotta ist ein Wildfang. Forsch erkundet das 16 Monate alte Mädchen die Umwelt, sie versucht ihren Willen durchzusetzen und ist sehr mitteilsam. Ihre Zwillingsschwester Josephine ist die Prinzessin. Die Gesichtszüge sind zarter, sie ist leiser. "Sie macht gerne auf etepetete", sagt ihre Mutter Kathrin Bohn und lacht. In der elften Schwangerschaftswoche hat sie erfahren, dass es zwei sind. "Die ersten drei Tage haben wir mal tief durchgeatmet, und am vierten Tag war es ein doppeltes Wunder", sagt die vierfache Mutter. Kathrin leitet den Zwillingstreff bei der katholischen Familienbildungsstätte (FBS), der alle 14 Tage stattfindet. Diese Erfahrung - erst der Schock, dann die doppelte Freude - teilen auch Sabine Marzi und Anja Nymphius. Treff für Zwillinge



Sie gehen regelmäßig zum FBS-Zwillingstreff. "Hier können wir uns austauschen", sagt Sabine Marzi, während sie Lea und Marlon schaukelt. Denn Erziehung im Doppelpack stellt Eltern vor eine besondere Herausforderung: doppelt füttern, doppelt trösten, doppelt schleppen. Den Spruch "Das ist aber viel Arbeit!" hört Sabine oft. "Aber das stimmt nicht", kontert die junge Mutter. Organisation sei alles. Und vieles sei einfacher. "Ich habe nicht die Zeit, mich in Kleinigkeiten zu verlieren."

Kathrin Bohn behauptet, Zwillinge seien leichter zu handhaben, da sie sozialer seien. "Sie mussten schon im Mutterleib teilen, und das macht sich bemerkbar." Auch die Eingewöhnungsphase in der Krippe verlief für Karlotta und Josephine problemlos. "Ein kurzer Blick auf die andere genügte, um sich sicher zu fühlen", berichtet die Zwillingsmutter.

Eine Frage begegnet Zwillingseltern immer wieder: "Trennen oder nicht?" Unter keinen Umständen wollte Kathrin Bohn die beiden Mädchen in verschiedenen Krippengruppen unterbringen. "Ich würde sie nur trennen, wenn eine sich zu sehr auf die andere verließe und keine Gelegenheit hätte, sich zu entfalten." Das sieht auch Anja Nymphius so: "Wir haben die Bettchen umgestellt, und dann haben sie sich so gelegt, dass sie möglichst nah zusammen waren. Sie gehören einfach zusammen."

Weitere Infos zum Zwillingstreff in der katholischen Familienbildungsstätte Trier (FBS) unter Telefon: 0651/74535 oder unter folgender E-Mail-Adresse: info@fbs-trier.de.

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