1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Glückwünsche aus Tschechien

Glückwünsche aus Tschechien

Sie hat eine lange Reise hinter sich, die Postkarte von Christina Knauf. "Viel Glück" steht darauf, auf Tschechisch. Losgeschickt hat sie die Zwölfjährige am 2. September beim Pfarrfest in Trier-Zewen per Luftballon, der 736 Kilometer bis nach Südmähren flog.

Trier-Zewen. Der Wind stand gut beim Pfarrfest in Zewen am 2. September. Mehr als 530 Luftballons traten ihre Reise an, 75 von ihnen wurden gefunden. Eine der ersten Postkarten, die zurück kamen, hatte den weitesten Weg zurück gelegt. 736 Kilometer, von Zewens Kirchturm über Hunsrück, Rheinhessen und Oberpfalz bis nach Vranovice in der Tschechischen Republik, flog der Ballon von Christina Knauf. Abstecher zum Pfarrfest

Die 12-Jährige aus Limburger Hof bei Ludwigshafen war an diesem Tag mit ihrem Bruder David bei ihrer Großmutter in Zewen zu Besuch. Da war ein Abstecher zum Pfarrfest obligatorisch. Denn schon ihr Vater Wolfgang, ein gebürtiger Zewener, hatte als Kind beim Luftballonwettbewerb teilgenommen. "Den Luftballonwettbewerb gibt es schon seit Jahren", erzählt Pfarrer Franz-Joseph Hohn. "In diesem Jahr sind die Ballons besonders weit geflogen." Auf einer Weide im Odenwald wurde der Luftballon von Marvin Jeckel aus Hockweiler gefunden - von vier Pferden. Kein Wunder, dass die Karte etwas angeknabbert zurück kam.Nicht nur der Erstplatzierte, auch der Ballon der dreijährigen Marie Acloque aus Trier trat eine Reise nach Tschechien an. Er wurde 637 Kilometer von Zewen entfernt in einem Wald bei Kunzak, östlich von eské Budjovice (Budweis) in Südböhmen, beim Pilzesuchen gefunden. Genauso wie der Ballon von Leon Postma (9) aus Zewen, der mit einem 380 Kilometer-Flug nach Amberg in der Oberpfalz den dritten Platz erzielte."Ich habe versucht, Kontakt nach Vranovice aufzunehmen, bislang ohne Erfolg", sagt Peter van den Hoogen vom Pfarrgemeinderat. Der alte Weinort liegt an der Flussau von Svratka südlich von Brno (Brünn), der zweitgrößten Stadt Tschechiens, nahe der Grenze zu Österreich. "Vielleicht schreibe ich der Finderin Marta zurück. Doch ich weiß nicht, in welcher Sprache", sagt Christina."Es ist das erste Mal, dass ich einen ersten Preis gewonnen habe", erzählt die Schülerin, die in die 7. Klasse eines Gymnasiums in Speyer geht. Dass sie ihn persönlich in Empfang nimmt, ist ein Zufall. "Wir hatten eh geplant, dieses Wochenende zur Oma zu fahren." Was sie mit dem Gewinn der 100 Euro mache, wisse sie noch nicht. "Vielleicht kaufe ich mir ein paar Bücher. Aber der größte Teil kommt aufs Sparbuch."