Gnadenfrist für die Kabinenbahn

Gnadenfrist für die Kabinenbahn

Die Stadt gibt dem ehemaligen Betreiber mehr Zeit zum Abriss der Kabinenbahn. Am definitiven Aus der Anlage führt aber kein Weg mehr vorbei. "Wir werden das Gelände für eine neue Nutzung ausschreiben", kündigt OB Klaus Jensen an.

Trier. Bis 31. August soll Ex-Betreiber Peter Schwab (72) die Kabinenbahn abreißen, hieß es noch vor vier Wochen (der TV berichtete). Nun rudert die Stadt zurück: "Wir haben mit ihm eine Fristverlängerung um mehrere Monate vereinbart", erklärt OB Klaus Jensen, warum sich an der Talstation am Zurlaubener Ufer und gegenüber auf dem Palliener Felsplateau neben dem Weißhaus nichts tut, das auch nur annähernd nach Abriss aussieht.
Der Rathaus-Chef rechnet damit, dass es wohl bis zum Jahresende dauern wird, bis Schwab "Tabula rasa" gemacht hat. Die Demontage der Seile sei "eine sehr komplizierte Angelegenheit", da sie über einen Fluss, eine Bundesstraße und eine Bahnlinie führen und deshalb mit mehreren Behörden Absprachen getroffen werden müssen".
Zu retten ist die Kabinenbahn laut Jensen aber nicht mehr. Das zu tun sei in erster Linie Sache des Betreibers Peter Schwab gewesen, dem die Stadt "über Jahre hinweg Brücken gebaut" habe.
"Großes Investoren-Interesse"


Der "bedauerliche, aber unausweichliche Rückbau" der ruinösen Anlage bringt laut Jensen aber zwei positive Effekte für Stadtbild und -entwicklung: Zum einen verschwinde ein Schandfleck, zum anderen gebe es die Möglichkeit, dort "etwas Hochattraktives" entstehen zu lassen. Das städtische Areal (3000 Quadratmeter) werde ausgeschrieben. Jensen erwartet "großes Investoren-Interesse".
Beobachter rechnen indes damit, dass die "Operation Abriss" gewaltiges Ärger-Potenzial birgt. Schwab rechnet mit Kosten von "maximal 100 000 Euro", die Stadt geht von 350 000 Euro aus. rm.