Goldenes Porto aus Piesport

Es ist noch eine Weile hin bis zum 150. Geburtstag des Goldtröpfchens. Doch die Piesporter wollen das Jubiläum mit einer eigenen offiziellen Briefmarke herausheben. Die muss beim Bundesfinanzministerium beantragt werden. Und dafür ist eine gewisse Vorlaufzeit notwendig.

Piesport. Die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Aber das die Rieslinge aus der Lage Piesporter Goldtröpfchen zu den Besten der Welt gehören, dürfte unbestritten sein. Und das soll im Jahr 2018 herausgestellt werden. Die Vorbereitungen beginnen bereits. Ein bisschen früh, könnte man sagen. Aber es gibt eine Besonderheit. Die Gemeinde möchte die Weinlage auf einer Briefmarke verewigt sehen. Und da dafür, so Ortsbürgermeister Stefan Schmitt, eine Vorlaufzeit von mindestens eineinhalb Jahren notwendig ist, beginnen die Planungen eben schon 2015.
Es gab übrigens schon mal eine Briefmarke zum Thema Wein. 1990 erinnerte das Wertzeichen über eine Mark an 500 Jahre Rieslingtradition in Deutschland. Die damalige Auflage lag bei mehr als 31 Millionen Stück.
Bei der Goldtröpfchen-Briefmarke soll es sich ebenfalls um eine offizielle Marke handeln, die überall in Deutschland zu haben ist. Beantragt werden muss sie beim Bundesfinanziministerium. Komme von dort grünes Licht, koste die Marke den Ort keinen Cent und sei eine tolle Werbung, erläutert Schmitt. Welches Motiv auf die Marke soll, ist noch offen.
Dem Antrag beigefügt werden sollen unter anderem Referenzen und Empfehlungsschreiben, die die Besonderheit der Weinlage und des Ortes hervorheben. Zum Beispiel, dass der Gault Millau Weinführer den Piesporter Theo Haart zum "Winzer des Jahres 2007" ausrief.
Das Goldtröpfchen umfasst eine Fläche von 66 Hektar. Es heißt immer wieder, dass sie die Form eines Amphitheaters bildet. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1868. Damals verkaufte ein Piesporter Winzer 13 Flaschen Goldtröpfchen zum Preis von je sechs Mark nach Berlin. Wie der Lagenname zustande kam, wissen Stefan Schmitt und Theo Haart nicht.
Die Briefmarke soll aber 2018 nicht allein stehen. Geplant ist, so der Ortsbürgermeister, ein großes Fest. "Eines, dass über die normalen Veranstaltungen hinausgeht", sagt er. Schauplatz und Zeit stehen natürlich auch noch nicht fest. Theo Haart kann sich vorstellen, ein Fest mitten in der Lage zu veranstalten, beispielsweise mit und unter Pavillons. Auch eine Probe mit älteren Goldtröpfchen und einem eher kleinen Verkosterkreis könne Aufmerksamkeit erreichen. Eine Illumination, wie andernorts schon geschehen, wäre auch in seinem Sinn. "Da geht aber nichts ohne Sponsoren", sagt er.
Der Winzer denkt aber schon weiter. "Auch andere Weinlagen feiern in den kommenden Jahren Jubiläum", sagt er. Es sei also durchaus möglich, das Potenzial der Weinregion auf eine ganz neue Art herauszustellen.
Zuerst einmal geht es aber um Piesport. Ortsbürgermeister Schmitt: "Das Goldtröpfchen ist das Zugpferd der Gemeinde."