Gott sei Dank, dass es sie gibt

Die vergangene Woche war in Deutschland geprägt von Berichten, Reportagen und Enthüllungen im Zusammenhang mit den Toten in Duisburg am Rand der Loveparade. Während sich die an der Ausrichtung beteiligten unterschiedlichen Gruppen in Schweigen hüllen, sich gegenseitig die Verantwortung zuweisen oder sich um Aufklärung der Versäumnisse bemühen, ist mir ein eher beiläufiger Satz aus den ersten Berichten im Ohr geblieben: "Mehr als 40 Notfallseelsorger aus dem Ruhrgebiet wurden zusammengezogen und kümmerten sich um Verletzte, Angehörige, Augenzeugen und Helfer." Diesen beiläufigen Satz hören wir inzwischen regelmäßig bei besonders schweren Unglücken.

Wer sind diese Notfallseelsorger und -seelsorgerinnen? Es sind Frauen und Männer - in der Regel hauptamtlich in der Seelsorge tätig - die im größten Durcheinander und in der Hektik eines Einsatzes Zeit haben, mit den Menschen zu sprechen. Sie sind unbelastet durch die Notwendigkeit des praktisch-handgreiflichen Tuns und können bei einzelnen bleiben.

Um solche Einsätze fahren zu können, unterziehen sie sich einer speziellen Zusatzausbildung. Im Raum Trier ist es eine Gruppe von evangelischen und katholischen Seelsorgern, die abwechselnd rund um die Uhr in Rufbereitschaft ist. Sie wird bei besonderen Einsätzen der Rettungskräfte gerufen und begleiten diese. Das können schwere Unfälle oder Brandeinsätze sein, aber auch nach außen eher unspektakuläre Ereignisse. Immer geht es darum, Menschen beizustehen, Betroffenen und Rettungskräften. Nur da sein, sensibel und aufmerksam zuhören, Zeit haben. Gott sei Dank, dass es sie gibt.

Ingrid Müller

Pastoralreferentin in Trier

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort