Gotteshaus auf ewig

TRIER. Vor 150 Jahren begann ein neuer Abschnitt in der Geschichte der römischen Basilika: Die Evangelische Militär- und Zivilgemeinde zog in das Gebäude ein. Prinzregent Wilhelm erließ im Namen seines Bruders, Friedrich Wilhelm des IV., König von Preußen, 1859 eine Kabinettsorder, die der Gemeinde "den gottesdienstlichen Gebrauch auf ewige Zeiten" zusagte.

Die evangelische Kirchengemeinde Triers wurde 1817 gegründet und feierte ihre Gottesdienste an provisorischen Stätten. Dies sollte sich ändern, als die einstige kaiserliche Palastaula 1856 zur Evangelischen Kirche zum Erlöser geweiht wurde. Dem kaiserlichen Stifterprinzip Roms folgend, erhielt die Gemeinde das Nutzungsrecht auf ewige Zeiten, während das Gebäude selbst in staatlichem Besitz verblieb. Aber die Kirchengemeinde feiert nicht nur dieses Ereignis, sondern auch den Wiederaufbau der Kirche nach dem Zweiten Weltkrieg vor 50 Jahren mit einem Doppeljubiläum. Aus diesem Anlass gab es eine Reihe von Veranstaltungen. Eine Ausstellung in der Basilika gibt in groben Zügen Aufschluss über die Geschichte des Gebäudes, detaillierter ist sie in der nun veröffentlichten Festschrift "Auf ewige Zeiten" dargestellt. In mehreren Kapiteln wird die Historie des Bauwerks beleuchtet, von der Entstehung zu Zeiten Kaiser Konstantins als Symbol für den Sieg des Christentums über die heidnische Welt, über die Verwandlung zur mittelalterlichen Burganlage bis zu den Veränderungen in kurfürstlicher Zeit. Dem Aufbau zur Kirche, der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und dem Wiederaufbau bis 1956 werden ebenso Kapitel gewidmet wie der Geschichte der Kirchengemeinde bis heute. Auch das künstlerische Figurenprogramm im Kircheninneren wie die wieder aufgestellten Köpfe der fünf Figuren von Bildhauer Gustav Kaupert, findet Platz in dem 157 Seiten umfassenden Werk. Großen Wert legen die Autoren darauf, die Entwicklung der Kirchenmusik als bedeutenden Teil der Gemeindeaktivität im Rückblick auf die vergangenen 150 Jahre zu betrachten. Als "bleibende Erinnerung zum Anfassen" nach den Jubiläumsveranstaltungen in diesem Jahr, so Pfarrer Guido Hepke, soll die Festschrift mit einer Auflage von 1000 Stück dokumentieren, mit wie viel Lebendigkeit das Gemeindeleben gefüllt ist. Stimmungsbild vom Besuch des preußischen Königs

Die Publikation enthält als "bibliografische Kostbarkeit", so Hepke, in einem letzten dokumentarischen Teil auch einen Abdruck der Festschrift, die zur Einweihung der Kirche am 28. September 1856 verfasst und im Verlag Friedrich Lintz 1857 veröffentlicht wurde. Sie gebe ein gutes Stimmungsbild von den Feierlichkeiten damals und dem Besuch des preußischen Königs Friedrich Wilhelms in Trier ab. Die Festschrift wird von der Evangelischen Kirchengemeinde Trier herausgegeben und kann zum Preis von 8,90 Euro am Schriftentisch in der Basilika oder im Gemeindeamt, Engelstraße, gekauft werden.