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Grand Prix, gestern: Ergebnisse vom Trierer Radrennen

Sport : Radspektakel mit Sprints und Stürzen in der Trierer City (Fotos)

Der Große Preis der Stadt Trier zieht Tausende Zuschauer und 200 Teilnehmer an. Ein Blick auf einen außergewöhnlichen Sonntag in der Innenstadt.

Es ist ungewöhnlich viel los in der Trierer Innenstadt. Deutlich mehr als an normalen Sonntagen. Auf dem Hauptmarkt legt ein DJ auf. Neben der Bühne, auf der ein Siegerpodest steht, hat das Jugendnetzwerk Konz einen sogenannten Pumptrack aufgebaut, eine speziell geschaffene Mountainbikestrecke, auf der Kinder mit BMX-Rädern fahren. Ein paar Meter weiter steht eine Hüpfburg. Auf einer Großleinwand sind immer wieder Bilder von Rennradfahrern zu sehen, die über die 1,2 Kilometer lange Strecke in der Trierer City fegen. Sieben Gruppen treten nacheinander an. Kinder aus den Jahrgängen 2015 und 2016 fahren um 12 Uhr eine Runde, die Elite-Amateure ab 16.30 Uhr 50 Runden (60 Kilometer). 

Die Simeonstraße ist für die Veranstaltung in der Mitte gesperrt. Auch der Rest der Strecke ist mit Absperrungen gesichert. Der Radsportverein Schwalbe Trier hat seit den frühen Morgenstunden den prestigeträchtigen Großen Preis der Stadt Trier vorbereitet. Absperrungen säumen die Runde, welche die Fahrer wegen des Kopfsteinpflasters als „anspruchsvoll“ bezeichnen. Passanten, Geschäftsleute und Anlieger dürfen die Strecke nur überqueren, wenn keine Radlerin, kein Radler kommt und die ehrenamtlichen Ordner sie durchlassen.

Trierer Ex-Profibasketballer unter den Teilnehmern

Erwartungsfroh sind die Veranstalter wegen des Rennens der Hobbyradler. Laut Luis Sanktjohannser, mit 22 Jahren geschäftsführender Vorstand des RV Schwalbe Trier und damit auch zuständig für die Organisation der Großveranstaltung, sind die Hobbyradler eine der größten Gruppen. „Wir freuen uns sehr, weil wir das zum ersten Mal ausprobieren auf einer etwas schwierigen Strecke“, sagt Sanktjohanser.

Einer der Teilnehmer ist der Trierer Ex-Profibasketballer James Marsh. Der 51-Jährige, der bis 2006 bei der TBB Trier gespielt hat, hat vor zwei Jahren mit dem Rennradfahren angefangen. Zunächst mit Ergometer, später mit einem Rennrad auf den Straßen und Wegen in der Region. Marsh freut sich auf das Rennen. Mit der Entscheidung  über den Sieg in seiner Kategorie hat er nichts zu tun. Am Ende bekommt Manuel Meyer aus Neunkirchen den Pokal, der aus einem Original-Pflasterstein aus der Trierer Fußgängerzone besteht. 

Marie Hammes aus Damflos, die eigentlich zur Damen-U-19-Klasse gehört, hat auch kein Rennen gewonnen. Einen Preis bekommt sie auf der Bühne auf dem Hauptmarkt trotzdem. Sie zeigt, dass Radfahren bei Frauen und Mädchen beliebter wird. Hammes ist bei den U-17-Jungen mitgefahren, eine eigene Damengruppe gibt es für sie an dem Tag nicht. Sie sei vereinslos und trainiere mit einer Gruppe aus dem Restaurant zur Post in Kell am See, sagt sie dem TV. Vom Rennen habe sie über Instagram und aus der Zeitung erfahren. „Dann habe ich mich einfach angemeldet.“

Je länger die Veranstaltung dauert, desto schneller sind die Radler. Wenn die Eliteradler auf der Strecke seien, liege die Durchschnittsgeschwindigkeit bei etwa 50 Kilometer pro Stunde, sagt Sanktjohanser. Angesichts des schwierigen Straßenbelags, der größtenteils aus Kopfsteinpflaster besteht, ist das eine „Wahnsinnsgeschwindigkeit“.

Radrennen in Trier: Fahrer stürzen am Hauptmarkt

Am Streckenrand feuern die  Zuschauer, die sich vor allem am Hauptmarkt aufhalten, die Fahrer an. Vor allem bei der größten Gruppe, den Amateuren, der vorletzten und mit etwa 50 Radlern größten Gruppe des Tages, entwickelt sich ein heißes Rennen. Doch dann kommt fünf Runden vor Schluss der Regen. Ein Schauer geht etwa zehn Minuten über der Trierer Innenstadt nieder. Der Untergrund wird glitschig, das Kopfsteinpflaster gefährlich. Und es kommt zum Sturz. In der scharfen Kurve vom Hauptmarkt zur Sternstraße ist auch Marian Polenz, der das Feld bis dahin anführt, unter den gestürzten Fahrern, die kurz vor Schluss aufgeben müssen. Auch bei den Elite-Amateuren, die gegen 16.30 Uhr starten, stürzen gleich in der dritten Runde mehrere Fahrer. Sie fahren ohne größere Blessuren weiter.

Abseits der Strecke sorgen etwa 130 ehrenamtliche Helfer vom RV Schwalbe, Tripost Trier und dem Silvesterlauf e.V. dafür, dass alles reibungslos abläuft. Hauptorganisator Sanktjohanser hat im Vorfeld zwei Wochen lang acht Stunden täglich in die Vorbereitung des Rennens gesteckt. Am Renntag selbst beginnt er um 5.30 Uhr mit der Vorbereitung. Zwei Tage nach der Veranstaltung hat er sich für die Nachbereitung Urlaub genommen.

Doch das lohnt sich aus seiner Sicht. Die Rückmeldungen zur Veranstaltung am Sonntag seien durchweg positiv. „Von den Anwohnern waren viele Interessierte da, die gefragt haben, was da abgeht“, sagt er. 

Eine Eisverkäuferin, die die Rennen hinter ihrer Theke beobachtet sagt zum TV, dass viel Betrieb sei, der Umsatz aber schlechter als in der Woche zuvor. Sie vermutet, dass die kühleren Temperaturen und nicht das Radrennen schuld daran seien. Margret Oberbillig vom Weingut St. Annenhof in Trier-Olewig, das in den vergangenen Tagen den Weinstand am Hauptmarkt betreut hat, ist zufrieden. Aber: Trotz der vielen Leute beim Rennen sei am Stand sonntags weniger los gewesen als an den beiden Tagen zuvor. Das liege nicht an der Veranstaltung, sondern eher daran, dass die Leute am Montag wieder arbeiten müssen.

 Radeln vor bedeutender Kulisse: Am Sonntag preschten Hunderte Radler durch die Trierer City.
Radeln vor bedeutender Kulisse: Am Sonntag preschten Hunderte Radler durch die Trierer City. Foto: TV/Christian Kremer

Ergebnisse in der Klasse CT und Elite-Amateur:

  • 1. Collin Heiderscheid, Teram Leopard Pro Cycling, 1:24:20 Stunde
  • 2. Nico Brenner, Team Kern-Haus
  • 3. Simon Happel, Team Colonia Kids
  • 4. Robin Fischer, Wheelsports-Metropol Racing
  • 5. Paul Ehrhardt, Handke Brunnenbau Cycling Team
  • 6. Andreas Fließgarten, Team Möbel Ehrmann
  • 7. Victor Anatol Heydock, Radfahrerverein 1899 Hochheim
  • 8. Christian Noll, Team Colonia Kids
  • 9. Fynn Brestel, RV Kiel/Avia Racing
  • 10. Alexander Weifenbach, Team Colonia Kids (alle Angaben ohne Gewähr)

Hier geht es zur Bilderstrecke: Radrennen in Trier: Eindrücke vom Grand Prix in der Moselstadt