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Grandioses Theater einer verrückten Truppe

Grandioses Theater einer verrückten Truppe

Skurrile Szenen zum Schmunzeln und Lachen, aber auch zum Nachdenken haben die Akteure der Schauspielgruppe 60+ im Studio des Theaters Trier auf die Bühne gebracht. Das Stück "Mr. Pilks Irrenhaus" kommt bei den rund 65 Zuschauern der Premiere-Aufführung gut an.

Trier. "Wer ist hier verrückt?" Das ist die Frage, die das Theaterstück der Bühne 60+ wie ein roter Faden durchzieht. Da versucht zum Beispiel die Patientin (Hildegard Worst), der Ärztin (Dorothee Dann) klarzumachen, dass es sich bei dem Tisch gar nicht um einen Tisch handelt. Wenn man zum Beispiel die Beine absägt, dann ist es kein Tisch mehr. Und eine Unterhose, bei der man die Beinausschnitte zunäht, wird zur Krawatte. Während die Ärztin anfangs noch versucht, mit logischen Erklärungen zu kontern, wird sie zunehmend gereizter und rastet irgendwann aus. Genauso wie in einer späteren Szene der Angeklagte (Björn Harlin) die Richterin (Hildegard Worst) mit seinem Schweigen um den Verstand bringt. Lustig auch die letzte Szene, bei der der Sohn der Mutter (Dorothee Dann) vorspielt, er sei ein Huhn. Wunderbar die Gestik von Monika Born, die wirklich an die Bewegungen eines Huhns erinnert. Aber auch hier erweist sich der scheinbar Verrückte als normal. Denn als die Mutter Hilfe ruft, weil ihr Sohn sich seltsam benimmt, ist der plötzlich wieder ganz normal, während das Verhalten der Mutter sehr sonderbar erscheint.Andere Sequenzen des Stücks strotzen nur so vor britischem schwarzen Humor. So zum Beispiel die Eröffnungsszene. Eine Frau (Helga Nathow) will sich vom Hochhaus stürzen. Der Obdachlose (Monika Born), der zufällig Zeuge der Situation wird, versucht nicht etwa sie aufzuhalten. Aber sie möge doch bitte ihre Tasche mit Portemonnaie, die Schuhe und den Mantel dalassen. Denn all das braucht sie ja nicht mehr, wenn sie unten angekommen ist. In anderen Teilen des Stücks gehen die Schauspieler, die allesamt im Rentenalter sind, der Frage nach: "Wer bin ich? Und wenn ja, wie viele?" Da ist die Frau, die es plötzlich zweimal gibt (Helga Nathow, Carla Schött), was den Ehemann (Peter Martin) gar nicht stört. Er geht mit beiden ins Bett.Für das Publikum ist das Theaterstück ein großes Vergnügen. Aber auch die Schauspieltruppe scheint sichtlich Spaß an ihrer Aufführung zu haben. Ein Laientheater mit Anspruch. nojEine weitere Aufführung ist am Sonntag, 5. Mai, um 20 Uhr.Mitwirkende:Monika Born, Helga Nathow, Dorothee Dann, Hildegard Worst, Barbara Gies, Sylvia Mertz, Björn Harlin, Madelen Feiten, Roswitha Bernard, Hildegard Nicodemus, Irmchen Heimer, Carla Schött, Rosi Hampel, Barbara Gies, Inszenierung: Sylvia Martin, Bühnenbild Peter Müller, Licht/Ton: Markus Irsch, Andreas Kolf.