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Gratis per Bus und Zug zu Trierer Konzerten und ins Stadttheater

Eintrittskarten als Tickets : Gratis per Bus und Zug zu Trierer Konzerten und ins Stadttheater

Gute Nachricht für alle, die gern das Stadttheater oder die großen Trierer Veranstaltungshallen besuchen: Ab Herbst gelten die Eintrittskarten auch als Tickets in Bus und Bahn. Im Gegenzug erhöht das Theater seine Preise.

Die Tinte unter dem Vertrag mit dem Verkehrsverbund Region Trier (VRT) ist noch nicht ganz trocken. Auf Nachfrage des Trierischen Volksfreunds bestätigt der städtische Kulturdezernent Thomas Schmitt (CDU) allerdings: „Ja, vermutlich ab September können Besucher von Konzerten und anderen Veranstaltungen mit ihren Eintrittskarten auch kostenlos die Busse und Züge des VRT nutzen.“ Das Kombi-Ticket gilt für alle Vorstellungen des Stadttheaters, alle Konzerte, Messen und Ähnliches in der Arena Trier, in der Europahalle und im Messepark. Auch die Tickets für die Konzertreihen Jazz im Brunnenhof und Wunschbrunnenhof sowie für Veranstaltungen im freien Kulturzentrum Tufa sind ab Herbst gleichzeitig als Fahrschein für alle Stadtbusse und im Nahverkehr gültig.

„Ich bin sehr froh, dass meine Verhandlungen mit dem VRT erfolgreich waren“, sagt Schmitt. Der Trierer Stadtrat hatte den Kulturdezernenten auf Antrag der CDU-Fraktion vor einigen Monaten beauftragt, die Möglichkeit solcher Kombi-Tickets zu prüfen und umzusetzen.

Finanziert wird das Ganze so: Theater, Arena, Tufa, Europahalle und Messepark zahlen pro verkauftem Ticket 60 Cent an den VRT zurück. Im Gegenzug für dieser Pauschale erkennt der Verkehrsverbund die Eintrittskarten als Fahrscheine an. Und zwar nicht nur innerhalb des Stadtgebiets Trier, sondern im kompletten VRT-Gebiet – also auch in den Landkreisen Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich, Vulkaneifel und im Eifelkreis Bitburg-Prüm.

Attraktiv ist das neue Kombi-Ticket auch für Schulklassen aus dem Umland, die künftig nicht mehr extra Busse für den gemeinsamen Theaterbesuch anmieten müssen, sondern kostenfrei mit Bus und Bahn anreisen können. „Der VRT hat mir zugesagt, dass für solche Fälle auch kostenlos Sonderbusse eingesetzt werden, damit die Linienbusse nicht von Schulklassen überfüllt sind“, sagt Schmitt.

Darauf, dass die umliegenden Landkreise sich im Gegenzug an den hohen Betriebs- und Personalkosten des Stadttheaters beteiligen, gebe es allerdings weiterhin leider keine Hoffnung: „Wenn ich mit so einer Bitte an die Kollegen in den Landkreisen herantrete, ernte ich nur ein müdes Lächeln“, sagt Schmitt. Das Argument der Landkreise: Mit dem Zuschuss von knapp sieben Millionen Euro, die das Land Jahr für Jahr für das Trierer Stadttheater zahlt, sei die Sache abgegolten. Der Landeszuschuss werde schließlich aus Steuern finanziert, die auch von den Bürgern im Umland Triers bezahlt werden.

Ob und wie die 60-Cent-Pauschale auf die Ticketpreise aufgeschlagen wird, ist noch nicht in allen Fällen klar. Arndt Landwehr, der als Geschäftsführer der Trierer Messegesellschaft für den Betrieb der Arena, der Europahalle und der Messeparkhalle zuständig ist, erklärt: „Wir werden die 60 Cent in den Mietpreis einkalkulieren, den wir Veranstaltern anbieten, die bei uns ein Konzert, ein Musical oder eine Messe stattfinden lassen wollen.“ Wie die Veranstalter die Kosten auf die Eintrittspreise umlegen, sei dann deren Angelegenheit. „Das Kombi-Ticket ist allerdings ein sehr gutes Angebot an unsere Besucher – schließlich ist die Parkplatzsituation insbesondere rund um die Arena ja nicht gerade einfach.“

Beim Trierer Stadttheater soll die 60-Cent-Abgabe an den VRT durch eine Preissteigerung zur Spielzeit 2020/2021 ausgeglichen werden (siehe Info). „Wir erhöhen die Ticketpreise aber nicht nur wegen der ÖPNV-Pauschale!“, betont Kulturdezernent Schmitt. „Der Theatereintritt ist seit fünf Jahren nicht mehr angehoben worden, da ist es jetzt langsam an der Zeit, die insgesamt gestiegenen Kosten aufzufangen.“

Die Angst, dass die Preiserhöhung Zeichen sein könnte dafür, dass der Theater-Haushalt erneut in Schieflage geraten ist, sei völlig unbegründet, betont Schmitt. 2019 sei zwar noch nicht komplett abgerechnet. „Aber wir schließen das vergangene Jahr wohl mit rund einer hal­ben Million Euro weniger Defizit ab als im Haushalt ursprünglich eingeplant“, erklärt Schmitt. Ursache dafür seien auch die weiter gestiegenen Ticketverkaufszahlen. Im vergangenen Jahr seien es 115 000 gewesen. „Für die aktuelle Spielzeit liegt die Prognose derzeit bei 120 000 verkauften Karten – wenn uns das Coronavirus nicht noch mit möglichen Zwangs-Absagen einen Strich durch die Rechnung macht.“