Graues Langohr contra Neubauten

Mit dem symbolischen ersten Spatenstich hat die Gemeinde Trierweiler das Signal zur Erschließung ihres Neubaugebiets "In der Acht" gegeben. Dem Tag war ein langes Ringen um das Projekt vorausgegangen.

Erster Spatenstich für das Neubaugebiet Trierweiler. Im Bagger von links: Ortsbürgermeister Matthias Daleiden und Ortsvorsteher Karl-Heinz Schneider. Am Spaten von links: Ehrenbürger Peter Schuster, Beigeordnete Katharina Kimmlingen, Bürgermeister Wolfgang Reiland, Beigeordnete Margret Port und Heike Eiden vom Ortsbeirat. TV-Foto: Friedhelm Knopp

Trierweiler. Das künftige Baugebiet "Auf der Acht" ist bereits gerodet. Da vermutet wurde, dass sich dort noch Weltkrieg-II-Munition befinden könnte, wurden die Flächen von Experten nach Sprengkörpern abgesucht (wir berichteten). Zum ersten Spatenstich begrüßte Ortsbürgermeister Matthias Daleiden dort einige der künftigen Bauherrn, Mitglieder des Ortsgemeinderats und des Ortbeirats, Bürgermeister Wolfgang Reiland von der Verbandsgemeinde Trier-Land sowie die Vertreter der Planungsbüros und der Baufirmen. Sein besonderer Gruß galt seinem Vorgänger Peter Schuster, in dessen Amtszeit die Weichen zu dem Projekt gestellt worden waren. Besondere Auflagen der Landespflege

Vor dem symbolischen Griff zum Spaten erläuterte Daleiden einige Eckdaten und ließ die lange Vorgeschichte Revue passieren: Das Erschließungsgebiet "Auf der Acht" umfasst 6,13 Hektar. Wirklich bebaut werden davon aber nur etwa vier Hektar. Grund für diesen ungewöhnlich hohen "Flächenverlust" waren erhebliche landespflegerische Vorgaben. Vorgesehen sind 60 Baugrundstücke zwischen 500 und 1600 Quadratmetern. Wie Daleiden weiter erklärte, war es von den ersten Überlegungen im Jahr 1999 bis zum Erschließungsbeginn ein langer und steiniger Weg. Nicht nur, dass es Probleme beim Grundstückskauf gab. Ein größeres Hindernis war der Nachweis von sieben verschiedenen Fledermausarten in dem betreffenden Gebiet, darunter das besonders schutzwürdig eingestufte "Graue Langohr". Hochwertige Ausgleichsflächen mussten deshalb sichergestellt werden. Außerdem stellte sich heraus, dass durch die 60 neuen Häuser im Baugebiet eine Erweiterung der vorhandenen Kläranlage erforderlich war, und es gab zudem massive Einwände von Bürgern im Rahmen der Planungs-Offenlage. "Allen Schwierigkeiten zum Trotz können wir nun auf die Zielgerade einbiegen", sagte Daleiden. Und besonders erfreulich sei, dass schon etwa zwei Drittel der 60 Grundstücke verbindlich von künftigen Bauherren geordert worden seien. Verlaufe die Erschließung nach Plan, könne im April 2008 mit dem Bau der ersten Häuser begonnen werden.