Grenzwertiges in Wort und Bild

Erster Versuch, aber mit Anspruch auf Qualität: Das Multikulturelle Zentrum (MKZ) Trier hat zum ersten Mal seine eigene Zeitschrift "Grenzwertig" herausgegeben. Die kostenlose Ausgabe soll die Leser auf das Thema Flucht und Migration aufmerksam machen.

38 Seiten stark und zweimal im Jahr zu haben: Die Zeitschrift „Grenzwertig“. Fabian Jelonnek schaut sich das Ergebnis seiner Arbeit im MKZ Trier an. TV-Foto: Irina Figut

Trier. Die Autoren bekommen dafür nichts, jedoch geben sie, was sie können: Sie sagen ihre Meinung. Für die neue Zeitschrift des MKZ berichten sie über Menschenrechte und Migrations-Politik aus Tschechien, Schweden, den Philippinen und Mexiko. Aber auch darüber, was vor ihrer Haustür passiert: in Trier und in Deutschland.

"Viele haben Lust, von ihren Auslands-Erfahrungen zu erzählen, einige verfolgen mit ihren Beiträgen politische Ziele, andere wiederum wollen ihr literarisches Können zeigen", erklärt die Motivation der Autoren Fabian Jelonnek (24), Projekt-Koordinator im MKZ.

Er ist einer von vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern des Zentrums, die gegen den Rassismus in der Stadt kämpfen und für ein friedliches Miteinander zwischen Deutschen und Migranten sorgen.

Für die Zeitschrift hat Fabian Jelonnek, Politik-Student an der Uni Trier, einige Texte selbst verfasst. "Ich schreibe auch gerne selbst. Das Projekt habe ich übernommen, weil ich mich damit identifiziere", sagt er.

"Wir wollen sie jeden Tag ein bisschen besser machen"



Die meisten Autoren studieren in Trier oder leben in der Region. Lili Breininger, zum Beispiel, die eine Reportage über politische Morde auf den Philippinen für die Zeitschrift geschrieben hat, studiert an der Universität Trier. Der irakische Dichter Ayad Bagdadi lebt als Flüchtling und Asylsuchender in der Umgebung.

Dabei ist die "Grenzwertig" in ihrem Inhalt bunt gemischt. Die Zeitschrift bietet Korrespondenten-Beiträge, Interviews und Kommentare sowie literarische Texte und Gedichte. "Die Autoren schreiben in der Art, in der sie sich wohlfühlen. Da stelle ich keine Bedingungen an sie", sagt Jelonnek.

Erst seit kurzer Zeit erschienen, habe "Grenzwertig" schon positive Rückmeldungen von den Lesern gesammelt, berichtet er. "Das Layout ist natürlich mangelhaft, aber wir wollen die Zeitschrift jeden Tag ein bisschen besser machen."