"Großartige Freundschaft"

TRIER. Im Oktober 1995 wurde ein Freundschaftsvertrag zwischen Trier und der japanischen Stadt Nagaoka unterschrieben. Gestern wurden die Römerstadt und der Industriestandort offiziell zu Partnern. Triers OB Helmut Schröer und sein japanischer Amtskollege Tamio Mori unterzeichneten die Urkunde.

"Offenheit und Toleranz bleiben vor dem Hintergrund der geschichtlichen Entwicklung wichtige Aufgaben für uns", betonte OB Schröer gestern Nachmittag im großen Rathaussaal. "Sich für den Frieden einzusetzen und Freunde zu gewinnen, kann und sollte sich nicht nur auf Europa beziehen." Nagaokas Bürgermeister Tamio Mori bedankte sich ausdrücklich für die Hilfe aus Trier nach dem schweren Erdbeben im Oktober 2004, das Nagaoka hart getroffen hatte. "Ich freue mich sehr, dass Trier uns ins zweite Jahrhundert unseres Bestehens begleiten wird." Keine Frage: Trier ist gefragt. Acht Partnerschaften hat die Stadt inzwischen geschlossen. Zur Erinnerung: Ascoli Piceno in Italien, Metz in Frankreich, Pula in Kroatien, 's-Hertogenbosch in den Niederlanden, Gloucester in Großbritannien, Fort Worth in den Vereinigten Staaten, Weimar und jetzt auch Nagaoka. Zwar gibt es im Rathaus ein Referat für Protokollangelegenheiten und Städtepartnerschaften, doch die treibende Kraft ist - wie so oft - das Ehrenamt. Auch im Fall Nagaoka. Der TV sprach mit Johann Aubart, Präsident der 2000 gegründeten Deutsch-Japanischen Gesellschaft Trier und seit 1995 Leistungs- und Verantwortungsträger der Kontakte zwischen Trier und Japan. "Der Jugendaustausch zwischen Japan und Trier wird seit 1976 vom Postsportverein Trier organisiert", erzählt Aubart. Bereits 1981 wurde ein Vertrag zwischen Trier, Funabashi, Ageo und Chigasaki geschlossen. Es lag am texanischen Fort Worth, dass es dann doch Nagaoka wurde. Denn Texaner und Japaner sind ebenfalls Partner und lieferten damit den Impuls, das Dreieck mit Trier zu schließen.Botschafter der Freundschaft

1995 wurde schließlich zu einem inoffiziellen Japan-Jahr in Trier. In den Wochen nach der Unterzeichnung des Freundschaftsvertrags flogen gleich zwei Trierer Gruppen nach Nagaoka: eine Bürgergruppe und eine Sportgruppe, die am Ageo-Stadtlauf teilnahm. Beide Male dabei: Johann Aubart. Er wurde schließlich 1996 vom damaligen Oberbürgermeister Hiura zum Botschafter Nagaokas für die freundschaftlichen Beziehungen zur Stadt Trier ernannt. Als die Deutsch-Japanische Gesellschaft Trier im November 2000 gegründet wurde, hatte Aubart schon jede Menge Besuche und Empfänge hinter sich. "Wir sind der Überzeugung, dass diese Städtepartnerschaft gewachsen ist. Sie wurde nicht wie viele andere von oben vorgegeben", betont der Präsident der Deutsch-Japanischen Gesellschaft.

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