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Große Supermärkte in Trier planen keinen Sonntagsverkauf

Versorgung : Große Supermärkte in Trier planen keinen Sonntagsverkauf

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Montag angekündigt, dass insbesondere Supermärkte im Zusammenhang mit der Corona-Krise ihre Verkaufszeiten ausweiten dürften.

Auch auf Sonntage. Am Donnerstagmorgen veröffentlichte die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), Landesbehörde mit Sitz in Trier, dann die offizielle Erlaubnis: Ab sofort dürfen Läden und Geschäfte, die Lebensmittel, Getränke, Sanitätsbedarf, Drogerieartikel, Bau- und Gartenbedarf, Zeitungen und Waren rund für die Tierhaltung verkaufen, auch an Sonn- und Feiertagen geöffnet haben. Und zwar von 12 bis 18 Uhr. Die Ausnahmeregel gilt zunächst befristet bis zum 19. April – das ist der Sonntag nach Ostern. Zumindest die großen Ketten Aldi, Lidl, Edeka und Kaufland haben daran allerdings derzeit kein Interesse, wie eine Nachfrage des Volksfreunds bei deren deutschlandweiten Zentralen ergeben hat.

Zumindest bislang plane Aldi „keine Verlängerung der Öffnungszeit sowie auch keinen Sonntagsverkauf“, teilt die Pressestelle des Konzerns mit. Die aktuelle Situation sei „besonders arbeitsreich und belastend“ für die Mitarbeiter in Verkauf und Logistik, die Angestellten bräuchten daher „Ruhepausen, um Kräfte zu sammeln und sich zu erholen.“ Sollte sich die Lage allerdings ändern, zum Beispiel durch weitere Regulierungen der Bundesregierung, werde man „flexibel reagieren“, teilt der Discounter mit. Beim Konkurrenten Lidl ist die Lage ähnlich: „Unser wichtigstes Ziel ist es, Mitarbeiter und Kunden zu schützen und die Warenverfügbarkeit für die Bevölkerung sicherzustellen“, teilt eine Konzernsprecherin mit. Eine Ausweitung der Öffnungszeiten sei „aktuell“ nicht geplant. Die Situation werde aber täglich neu bewertet.

Auch der Supermarkt-Riese Kaufland, der unter anderem in Trier zwei große Filialen betreibt, will zumindest vorerst bei den bisherigen Öffnungszeiten bleiben. In den vergangenen Tagen seien „Grundnahrungsmittel wie Nudeln, Mehl und Konserven sowie Hygieneprodukte teilweise sehr stark nachgefragt“ gewesen. Die Warenversorgung sei jedoch grundsätzlich gewährleistet und der Nachschub sichergestellt. Die Kaufland-Öffnungszeiten von Montag bis Samstag von 7 bis 22 Uhr würden Kunden „ein großes Zeitfenster“ bieten, um Einkäufe zu erledigen. „Daher planen wir derzeit keine Änderungen“, teilt Kaufland-Pressesprecherin Andrea Kübler mit.

Bei Edeka werden viele Filialen vor Ort von selbstständigen Kaufleuten betrieben. „Daher können wir zu einzelnen Märkten keine Aussagen machen“, erklärt Konzern-Pressesprecher Florian Heitzmann. Grundsätzlich sei allerdings nicht geplant, die Öffnungszeiten zu verändern. In vielen Supermärkten der Stadt sind zurzeit Absperrungen eingerichtet, zum Beispiel, damit zu den Mitarbeitern an Frischetheken ausreichend Abstand gehalten wird. Viele Läden bitten darum, mit Karte statt mit Bargeld zu zahlen – um mögliche Infektionswege gering zu halten. Weitere Maßnahmen – etwa Einlasskontrollen oder eine generelle Begrenzung der Kundenzahl, um die Ansteckungsgefahr zu reduzieren – planen die großen Supermärkte allerdings nicht.