Große Unbekannte

Der Informationsabend "Sicher oder unsicher? Die Patientenverfügung als große Unbekannte" im Personalwohnheim des Elisabeth Krankenhauses erfreute sich großer Teilnahme und regte zum Nachdenken an.

Trier. (eva) Leben und Tod, Selbstbestimmung und Lebensschutz am Lebensende - wenige Themen führen zu so unterschiedlichen Kontroversen wie diese. Möglichkeit zur Diskussion bot die vom CDU-Bundestagsabgeordneten Bernhard Kaster eröffnete Informationsveranstaltung "Die Patientenverfügung als große Unbekannte". Zu Beginn stellte Julia Klöckner, Abgeordnete des Bundestages, die entscheidende Frage: "Wie möchte man überhaupt sterben? Körperlich und vor allem geistig fit, in Frieden mit allen Angehörigen der Welt entschlafen." Doch die Realität sehe meist anders aus. Daher sei es umso wichtiger, sich mit Patientenverfügungen frühzeitig auseinanderzusetzen.Ein Rechtsrahmen für Patientenverfügungen solle vor allem dem Schutz der Ärzte dienen. Ein Arzt könne diese höchst persönlichen Entscheidungen nicht alleine treffen. Notar Dr. Thomas Steinhauer empfiehlt daher eine zusätzliche Vorsorgevollmacht. Der Patient bestimmt eine Vertrauensperson, diese entscheidet mit Hilfe des Arztes.Im Elisabeth Krankenhaus sind Patientenverfügungen nicht institutionalisiert. Dr. Carl-Stefan Schmitz: "Es ist ein Thema, über das man nicht spricht." Viele Patienten seien mit diesem Thema überfordert und würden dadurch vor schweren Operationen unnötig verängstigt.Arnold Schmitt, Landtagsabgeordneter der CDU Trier-Saarburg, kennt diese Unsicherheit aus persönlicher Erfahrung. Viele fühlten sich überfordert und wissen nicht, wie sie mit diesem Thema umgehen sollen.Im Deutschen Bundestag sei seit 2004 eine gesetzliche Regelung in Arbeit, ein Gesetz gibt es noch nicht. Die unterschiedlichen Meinungen erschwerten die Einigung. Der Krankenhausseelsorger Dirk Breidenbach stimmt dem zu: "So individuell das Leben jedes Einzelnen ist, so individuell ist auch das Sterben." In einem Punkt war man sich in der Diskussion jedoch einig: Leben verlängern und Sterben verkürzen.