Großer Empfang für die Nummer eins

Großer Empfang für die Nummer eins

Startschuss für das neue Seniorenzentrum in Pluwig: Die Betreiber haben ihre erste Bewohnerin begrüßt. Auch das öffentliche Café Pluvei im Erdgeschoss hat erstmals seine Türen geöffnet. Die offizielle Einweihung des Neun-Millionen-Euro-Projekts folgt im November.

Pluwig. Elisabeth Schaffner lächelte ein wenig schüchtern, als ihr Mathias Neumayer, Geschäftsführer des Ago Seniorenzentrums Pluwig, den Blumenstrauß überreichte. Die 90-Jährige, die bisher in Reinsfeld gelebt hat, ist die erste Bewohnerin der neuen Einrichtung am Pluwiger Dorfplatz. Im Beisein von etwa 60 Gästen aus dem Ort und der Lokalpolitik wurde sie im neuen Domizil begrüßt.
Nach einem Jahr Bauzeit ist das dreigeschossige Gebäude in der Ortsmitte nun bezugsfertig. In die Einrichtung mit 64 Pflege-Appartements und 16 Wohnungen für betreutes Wohnen hat eine Kölner Firma neun Millionen Euro investiert. 60 Arbeitsplätze wurden geschaffen.
Laut den Betreibern der Ago Pluwig soll die Anlage mehr sein als ein reines Seniorenzentrum. "Das soll ein offenes Haus sein, wo Leben herrscht und die Bewohner nicht isoliert sind", betonte Neumayer. "Wir wollen einen Begegnungsort für alle Pluwiger", ergänzte Diana Ruhmöller vom Heimmanagement. Dazu passten die Pflanzenkübel, die der Verbandsgemeinde-Bürgermeister Bernhard Busch überbrachte: "Hier soll etwas zusammenwachsen, zu einem Gemeindezentrum im positivsten Sinne", erklärte er die symbolische Bedeutung des Geschenks.
Trier-Saarburgs Landrat Günther Schartz lobte die gute Zusammenarbeit zwischen Betreibern und Ortsgemeinde, die "eine wichtige Infrastruktur ins Pluwiger Land gebracht" hätten. Sie biete den Menschen die Chance, näher an ihrer Heimat zu bleiben. Davon profitiert auch die gebürtige Kordelerin Schaffner. Denn ihre langjährige Betreuerin Ursula Dahmen lebt im Pluwiger Nachbarort Gusterath. "Es gefällt ihr sehr, dass ich jetzt noch öfter zu ihr komme", sagt Dahmen.
Das Zentrum umfasst zwei Wohnbereiche für je 32 Bewohner mit Therapie- und Aufenthaltsraum. Die Bereiche heißen "Hunsrück" und "Ruwer" - "Das bringt gleich etwas Heimatgefühl", findet Diana Ruhmöller. Die Bewohner würden jetzt nach und nach einziehen, es seien aber noch Plätze frei. Jedes Zimmer habe ein barrierefreies Bad und eine Grundmöblierung. "Die Leute können aber auch ihren Lieblingssessel mitbringen", sagt Heimleiterin Ute Schmitz. Noch angelegt wird ein großer, zur Straße hin abgeschlossener Garten mit Hochbeeten und Bänken, den auch Demenzkranke nutzen können.
Betreuerin Dahmen freut für ihren Schützling Elisabeth Schaffner etwas ganz besonders: "Kinder waren immer ihr Lebensinhalt. Es ist schön, dass sie hier mit ihnen in Kontakt kommt." Denn ins Zentrum sind auch zwei Kitagruppen eingezogen - laut Ortschef Wolfgang Annen ein "kreisweites Modellprojekt": Denn eine Gruppe ist als Betriebskita für Nachwuchs des Pflegepersonals von 6 bis 20 Uhr geöffnet - orientiert an den Schichtzeiten der Eltern. Noch sind zwar nicht alle 15 Plätze besetzt: "Aber wir müssen noch etwas Geduld haben", sagt Geschäftsführer Neumayer. Viele Mitarbeiter, die jetzt anfingen, hätten schon vorher einen Kitaplatz gehabt.
Geöffnet ist nun ebenfalls das Café Pluvei im Erdgeschoss, das auch einen Mittagstisch anbietet. Die Terrasse und die restlichen Außenanlagen sollen Ende August fertig sein. Am 1. September können Besucher das Haus beim Tag der offenen Tür von 11 bis 18 Uhr erkunden. Die offizielle Eröffnung wird am 16. November gefeiert.Extra

Das Pluwiger Seniorenzentrum soll sich nach der Vision von Betreibern und Ortsgemeinde zu einem neuen Dorfmittelpunkt entwickeln. Ins Erdgeschoss des Gebäudes werden ein Friseur und eine Apotheke einziehen, zwei Betreuungsgruppen der Kita sind dort bereits untergebracht. Der Ortsgemeinderat wird künftig alle Sitzungen im neu eröffneten Café Pluvei abhalten, auch die Ortsvereine sollen diese Räume künftig nutzen. Laut Ortsbürgermeister Wolfgang Annen wird das Zentrum auch in das Programm des Pluwiger Kulturherbstes einbezogen. In die Gemeinderäume im Erdgeschoss soll bald übergangsweise eine Frauenarztpraxis einziehen, für etwa ein Jahr. Dann soll das geplante neue Ärztehaus bezugsfertig sein. Auch Künstlern bietet das Zentrum ein Forum: Im Foyer sind Werke der Schöndorfer Künstlerin Maritha Massoth zu sehen. cweb

Mehr von Volksfreund