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Großes Gelände, viele Pläne

Großes Gelände, viele Pläne

EHRANG-QUINT. Neben der Realisierung des Bürgerhauses ist die künftige Nutzung des verfallenden Seifer'schen Mühlengeländes das wichtigste Zukunftsprojekt im Doppel-Stadtteil. Nun sind Verträge abgeschlossen - nach den Ehranger Markttagen beginnen die Bagger zu rollen.

Länger als zehn Jahre hatten sich die Verhandlungen hingezogen. Vor den Sommerferien wurden sich der Eigentümer des Mühlengeländes, Dieter Seifer, und die Stadt Trier dann einig: Zwei Verträge regeln jetzt das weitere Schicksal der Industriebrache. Irgendwann einmal soll die Ortsumgehung B 422 von Ehrang in Richtung Kordel über das Gelände führen. Doch das ist noch Zukunftsmusik - hat das Land doch die Straßenbau-Gelder eingefroren. Mitte September wird auf Kosten Seifers mit dem Abriss der Mühle begonnen. Die Bagger stehen bereit, mit ersten Räumarbeiten haben die Arbeiter bereits begonnen. Inklusive der Bodenplanierarbeiten sind drei Monate veranschlagt. Zur Zeit werden die an die Mühle angrenzenden Häuser eingerüstet - sie müssen während des Abrisses gesichert werden. Für Stellplätze und die B 422 habe die Stadt einen Grundstücksteil von rund 5000 Quadratmetern erworben, sagt Jürgen Derber, Geschäftsführer und Mitgesellschafter der Bauträgergesellschaft Seifer-Bau. Der zweite Vertrag regelt die Zukunft der ehemaligen Seifer-Villa - "dem goldenen Nugget im Gelände", wie Derber sagt. Die Stadt hat sich bis Jahresende die Option für den Kauf von Grund und Boden der Villa nebst Spielplatzflächen für den Neubau des Kindergartens St. Peter gesichert. Der Vertrag sieht eine Verlängerung der Option bis 31. Dezember 2005 vor - nutzt die Stadt bis dahin nicht ihr Kaufrecht, werden Zinsausgleichszahlungen fällig. Derber spricht vom Entgegenkommen Seifers. Es sei ein "falscher Zungenschlag" gewesen, wenn der Eindruck entstanden sei, Seifer habe die lange Verhandlungsdauer zu verantworten. Wann der Kindergarten, der zur Zeit provisorisch untergebracht ist, die Villa nach Um- und Anbau beziehen könne, stehe freilich noch in den Sternen. "Die Gesamtfinanzierung ist noch nicht gesichert, da es noch keine festen Vereinbarungen mit dem Bistum Trier über dessen Beteiligung gibt. Das Gleiche gilt für die Frage, wann die Mittel fließen werden. Auch die anteilige Finanzierung über das Programm ,Soziale Stadt' ist noch nicht geklärt", teilte Baudezernent Peter Dietze auf TV -Anfrage mit. Eine Entscheidung erwartet er im Herbst. Im noch nicht rechtskräftigen Bebauungsplans des Mühlengeländes ist weiter ein Einkaufsmarkt geplant - ein Vorhaben, das auch vom Ortsbeirat gewünscht wird. Seifer als Investor führt derzeit Vorgespräche mit potenziellen Betreibern. Welche Folgen ein neuer Markt mit geplanten 1000 Quadratmetern für die beiden Supermärkte im Ort hat, "das könne man sich an drei Fingern abzählen", sagt ein Einzelhändler. Eine weitere Villa auf dem Gelände - das frühere Verwaltungsgebäude - wird zur Zeit von Mietern geräumt. Das Haus könne nach Vorstellungen Derbers "Dienstleistern von Ärzten bis Steuerberatern" als Heimstätte dienen. Auch ein Altersheim - ein Wunschvorhaben des Ortsvorstehers - schließt er nicht aus, "sofern sich Interessenten melden". Doch zunächst müsse die Stadt die notwendige Planungssicherheit schaffen.