Großkontrolle: Polizei zieht 26 von 192 LKW aus dem Verkehr

Trier · Das Polizeipräsidium Trier hat drei Tage lang in einer behördenübergreifenden Aktion den gewerblichen Last- und Reiseverkehr kontrolliert - mit teils frappierenden Ergebnissen. 26 von 192 Fahrern mussten ihr Vehikel gleich ganz stehen lassen.

Großkontrolle: Polizei zieht 26 von 192 LKW aus dem Verkehr
Foto: Alexander Schumitz

Die Beamten prüften von Mittwoch bis Freitag den technischen Zustand der Fahrzeuge, die Sicherung der Ladung sowie die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten. Dabei war auch die Personenbeförderung mit Reisebussen Ziel der Kontrollen.

Insgesamt wurden 192 Fahrzeuge überprüft, darunter 21 Gefahrgut-, 23 Abfalltransporte und 14 Busse.
Neben stationären Kontrollstellen auf der A1 und der A64 gab es auch mobile Einheiten: Sie sahen sich im Vorbeifahren Fahrzeuge an, die zur Kontrolle rausgewunken wurden.

Für Günter Scalla, der den Einsatz leitete, ist das Ergebnis erschreckend: "Wir haben schon sehr viele Verstöße festgestellt", sagt der Polizeihauptkommissar.

Überwiegend, nämlich 55-mal, wurden Verstöße gegen die Sozialvorschriften wie die Überschreitung der zulässigen Lenkzeiten festgestellt - in teils drastischem Ausmaß: "Ein Fahrer muss auf den Rastplatz jetzt noch elf Stunden stehen bleiben, bis er überhaupt weiterfahren darf", sagt Scalla.

In 31 Fällen bemängelten die eingesetzten Beamten die unzureichende oder fehlende Ladungssicherung von Transporten und in zwölf Fällen die Überladung der Fahrzeuge. Bei ebenfalls 31 Fahrzeugen wurden technische Mängel festgestellt.

Scalla zeigt sich dabei nicht nur vom großen Anteil an technischen Mängeln überrascht, sondern auch von deren Ausmaß: "Da gab es schon eklatante Schäden wie gerissene Bremsscheiben oder Reifen, bei denen das Profil praktisch völlig abgefahren war."

Die Zeiten, in denen vor allem ausländische Laster solche Mängel aufwiesen, sei aber lange vorbei: "Das betrifft deutsche Gespanne genauso", gibt Scalla an. Vor allem der Kostendruck in der Branche sei wohl für die Verstöße verantwortlich, die teils ganz bewusst begangen würden: Ein Gefahrguttransporter habe etwa Flüssigkeit verloren - wobei der Fahrer zugegeben habe, dass ihm die mangelhafte Sicherung seiner Ladung schon bei der Losfahrt bewusst gewesen sei. Insgesamt wurden acht Verstöße gegen gefahrgutrechtliche Vorschriften festgestellt.

Weiter stellten die Polizeibeamten neun Straftaten fest - drei Fälle von unerlaubtem Umgang mit Abfällen und fünf Manipulationen von Kontrollgeräten. Vier Fahrer konnten keine oder keine ausreichende Fahrerlaubnis zum Führen ihres Fahrzeuges vorweisen.

Insgesamt 26-mal wurde die Weiterfahrt der Fahrzeuge gleich ganz untersagt - wegen unzureichender Ladungssicherung, Überschreitung der Lenkzeiten sowie technischer Mängel oder fehlendem Führerschein.

Spezielle Fahnder des Zolls stellten zudem zwei Verstöße gegen die Mindestlohnbestimmung fest, sowie viermal den Verdacht des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt.

Auf Grundlage des Prümer Vertrags kontrollierten auch die französische Polizei und der luxemburgische Zoll. Die Polizei des Großherzogtums setzte auf dem Parkplatz Markusberg einen mobilen Prüfstand ein: einen vier Millionen Euro teuren Scanner, der - ähnlich einem Röntgengerät - komplette Ladungen bis ins Detail durchleuchten kann. Auch Schüttgut wie Sand oder Kies, das auf andere Weise kaum sinnvoll auf der Autobahn durchsucht werden könnte, kann damit auf Unregelmäßigkeiten kontrolliert werden.EXTRA Drei Tage Einsatz

Bei der Aktion haben bis zu 75 Beamte der fünf Polizeipräsidien des Landes, der Bereitschaftspolizei, der Polizeihubschrauberstaffel, der Landespolizeischule sowie des Landeskriminalamtes mitgemacht.
Unterstützt wurden sie von der Bundespolizei, der Finanzkontrolle Schwarzarbeit und der mobilen Kontrollgruppe des Zolls, dem Bundesamt für Güterverkehr, dem Landesamt für Umwelt- und Gewerbeaufsicht, TÜV und DEKRA, der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord und Süd und der Sonderabfallmanagement Gesellschaft. Ein Gefahrgutbeauftragter der Bundeswehr kümmerten sich um militärische Schwertransporte. Ein Gefahrgutexperte des Verkehrsministeriums verschaffte sich vor Ort einen Überblick über die Kontrollen und unterstütze in Detailfragen.