Großmutter Adele geht auf Weltreise

Trier · Eine turbulente Komödie auf einem Campingplatz in der Mitte von Nirgendwo und reichlich verstrickte Familienverhältnissen. Das ist der Stoff des neuen Stücks, das das Theater-Ensemble des Vereins Schmit-Z Family am Wochenende im großen Saal in der Tufa aufgeführt hat. Beim Erben und Sterben im Cara-Wahn ging es alles andere als todernst zu.

Es ist zum Heulen: Die zweite Generation der Familie Schlax, gespielt von Thorsten Resch, Sascha Klebig und Stefan Kronauer (von links), trauert um die tote Dörthe. TV-Foto: Sarah Schmidt

Trier. Der Campingplatz von Ulrike Schlax (Kerstin Thielen) lässt zu wünschen übrig. Billiger Champus, ein defektes Klo und Tiefkühlkuchen. Die Familienmitglieder sind da einen anderen Komfort gewohnt.
Da wäre die Landrätin Carola Eckstein (Christian Sailler), die demnächst sogar im Bundestag mitmischen möchte und stilbewusste Dirndlträgerin ist. Ganz zu schweigen von Particia Comtesse de Dampierre (Ingo Könen), einer französischen Gräfin mit Starallüren. Die zugeheiratete Dörthe Schlax (Nicola Kellermann), eine Schrotthändlerin, hat hier wenig zu sagen.
Großmutter Adele (Alex Rollinger) ist entsetzt über ihr Familienelend.
Als reif gealterte Frau mit Stil möchte sie eine Weltreise beginnen und ihr Erbe und ihren Bürgermeisterposten ein für alle Mal loswerden. Die Bürgermeisterstelle im Kaff will niemand, aber um das Erbe wird hart gekämpft.
Das ist der Stoff, aus dem Erben und Sterben im Cara-Wahn besteht. Diesen Titel trägt die neue Komödie der Schmit-Z Family.
"Ich war zum ersten Mal hier und fand die Vorstellung großartig. Besonders witzig waren die Männer in den Frauenkleidern und die unerwarteten Patzer", sagt Zuschauer Marcel Krause. Dabei waren die schrillen Kostüme ein Highlight der ganzen Show.
Passend ausgesucht war auch die Kulisse, die für einige Lacher sorgte. "Ich fand die Komödie super. Ich musste vor Lachen sogar heulen. Das Ensemble ist spitze", erzählt Besucherin Nadja Press.
Die Theatergruppe der Schmit-Z Family, der Verein des schwul-lebsische Zentrums Trier, probte insgesamt zweimal die Woche für zwei Monate. Zudem wurden Lieder wie Girl on fire von Alicia Keys oder der Schlager "Schuld war nur der Bossa Nova" von Manuela von der Schmit-Z Family umgedichtet.
Der große Saal der Tufa ist für alle vier Vorstellungen ausverkauft. 1000 Besucher haben eine Karte für die Komödie ergattert, die am 15. und 16. November noch zwei Mal aufgeführt wird. Über Großmutter Adele mit ihrer sportiven Kleidung amüsierte sich das Publikum ebenso prächtig wie über Guillaume Comte de Dampierre (Nicolas Grandadam). Er verzauberte die Damen mit seinem französischen Akzent. Blöd nur, dass er eigentlich auf Kerle steht.
Eigentlich müsste sich Adele Schlax nun wirklich mal für einen Erben entscheiden. Doch da nahm das Stück schon gleich die nächste unvorhergesehene Wendung.
Plötzlich gab es den ersten Toten und Polizeihauptkommissarin Carlotte Fuchs (Petra Schmitt) musste einschreiten. Wie der Fall gelöst wurde und die turbulente Komödie endete, sei an dieser Stelle aber noch nicht nicht verraten.
Denn die Spannung soll ja auch noch für die beiden kommenden Aufführungen in der Tufa erhalten bleiben.