Grüne Autos und fliegende Affen

Grüne Autos und fliegende Affen

Vier Tage lang am Computer tüfteln und programmieren: Das konnten 30 Schüler der 10. bis 12. Klasse aus Trier, Kaiserslautern und Koblenz beim Informatik-Camp an der Uni Trier. Ziel und gleichzeitig Höhepunkt des Projekts: Die Entwicklung eines eigenen PC-Spiels.

Trier. Was haben grüne Autos, Drachen und Affen gemeinsam? Sie kommen alle in den Computerspielen vor, die Schüler während des Informatik-Camps selbst entwickelt haben. Und sie können alle fliegen - auch der Affe. Sehr realistisch mag das nicht sein: "Wir sind aber immer wieder überrascht, was diese jungen Menschen in so kurzer Zeit hier auf die Beine stellen", sagt Professor Stephan Diehl stolz. Er ist Dozent für Softwaretechnik an der Universität Trier und Leiter des Informatik-Camps.
Das Projekt findet in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Gymnasium in Trier statt. Bewerben können sich aber Schulen aus ganz Rheinland-Pfalz. So waren diesmal 30 Schüler dabei - die Hälfte Trierer, aber auch Kaiserslauterer oder Koblenzer. Zum vierten Mal fand das Informatik-Camp nun statt. Und jedes Mal lautet das Motto: Spieleentwicklung.
"Mit diesem Thema kann man die Schüler natürlich besonders für Informatik begeistern", meint Diehl. Vier Tage lang tauchen die jungen Frauen und Männer dann in die Welt der Informatik ein, besuchen Vorlesungen zu Mathematik, Computergrafik und Datenstrukturen. "Dann werden sie auf die praktische Arbeit losgelassen", erklärt der Professor. "Sie programmieren in Gruppen ihr eigenes Computerspiel. Das Thema können sie sich dabei selbst aussuchen."
Sascha, Alex, Dimitri und Alexander haben sich für ein sogenanntes "Ego-Shooter-Spiel" entschieden, bei dem ein Spieler auf andere Spieler "schießt". "So ganz klappt das noch nicht. Wir hätten noch gern die Multi-Player-Funktion eingebaut - das heißt, dass mehrere Spieler mitspielen können", erklärt Sascha. Fenster wären auch nicht schlecht gewesen. Und die Map würden wir noch gerne verbessern. Die "Map" ist die Karte beziehungsweise das Feld, auf dem gespielt wird.
"Mit dem Informatik-Camp wollen wir vor allem begabte Schüler für unser Fach gewinnen. Leider sinken die Studentenzahlen für Informatik stetig", sagt Diehl. Sascha, Alex, Dimitri und Alexander wollen auf jeden Fall weiter an ihrem Spiel feilen - auch nach dem Camp: "Vielleicht über Skype", sagt Sascha, eine Art Video-Konferenz via Internet. Klingt erfolgsversprechend für den Dozenten. Vielleicht sieht er die vier schon in ein paar Jahren an der Universität wieder.

Mehr von Volksfreund