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Grüne Erscheinung auf dem Trierer Markusberg: SWR-Sendemast wird saniert

Rätselhafte Erscheinung : Nanu, was wächst denn da auf dem Trierer Markusberg?

Außerirdische? Riesen-Windrad? Oder ist die Freiheitsstatue nach Trier ausgewandert, weil es ihr in den USA zu trump wurde? Alles falsch. Was hinter der seltsamen Erscheinung auf dem Trierer Markusberg steckt:

Das Ding ist riesig. Und grün. Und in der Abendsonne leuchtet es fast mystisch und stiehlt der daneben geradezu geschrumpft aussehenden Mariensäule die Show: Seit Mittwochnachmittag ragt ein seltsames Ding auf dem rund 320 Meter hohen Markusberg weithin sichtbar in die Höhe.

Die ersten Fotos im Internet waren von Rätselraten begleitet: „Vielleicht bauen die ne neue Mariensäul‘?“, kommentiert eine Frau scherzhaft auf Facebook. Eine andere Facebooknutzerin bringt eine mögliche „Josephsäul“ ins Spiel. Ein dritter mutmaßt über eine außerterrestrische Reisegruppe und ein weiterer meint sogar, dass das Ding nach einer Raketenabschussbasis aussehe.

Doch die Sache ist hat ganz irdische Gründe: Es ist der Sendemast der Rundfunkanstalt SWR, der schon seit 1958 auf dem Markusberg steht. Normalerweise fällt er durch sein schwarzes Stahlfachwerkgerüst kaum auf und ist – zumindest aus der Ferne – kaum sichtbar. Nun muss der Mast allerdings ausgebessert werden, wie das SWR-Studio Trier auf Nachfrage des Trierischen Volksfreunds mitteilt. „Der Mast wird saniert, der Stahl erhält einen neuen Rostschutzanstrich“, erklärt eine Studiomitarbeiterin.

Soweit so gut. Doch warum wurde für den Neuanstrich ein riesiges Netz über den exakt 48,3 Meter hohenTurm geworfen? SWR-Unternehmenssprecherin Hannah Basten klärt auf: „Die Korrosionsschutzfarbe darf aus Umweltschutzgründen nicht in die Umgebung geraten. Genau dafür sorgt das schützende Netz.“ Die Restaurierungsarbeiten seien voraussichtlich in wenigen Tagen abgeschlossen.

Der „Sender Trier-Markusberg“ – so die offizielle Bezeichnung – strahlt übrigens alle fünf UKW-Wellen des SWR aus, also SWR1, SWR2, SWR3, SWR4 und den Jugendsender Das Ding. Außerdem wird über den Mast das DAB+-Signal verbreitet. Wie nahezu alle Funkmasten wird auch der Sender Markusberg von Polizei und Katastrophenschutz für die Kommunikation auf eigenen Frequenzen genutzt.

Die Austrahlung der Signale bleibt durch die Arbeiten am Mast übrigens so gut wie unbeeinträchtigt. Lediglich das DAB+-Signal wird noch bis Freitag, 18. September, über Behelfsantennen in etwas verminderter Leistung ausgestrahlt. Wegen der Umschaltung war das DAB+-Signal am Dienstag, 15. September, von 16.05 bis 16.08 Uhr ausgeschaltet.