Grüne und UBM allein

TRIER. Den Beschluss, einen Bebauungsplan-Entwurf öffentlich auszulegen, fasst der Stadtrat in den meisten Fällen einmütig. Nicht so beim Bebauungsplan BU12 "Am Olbeschwäldchen". In der jüngsten Sitzung übten Grüne und UBM massive Kritik an der Stadtverwaltung und votierten dagegen.

Gegenstand des "Olbeschwäldchen"-Bebauungsplanes ist der zweite Bauabschnitt der Entwicklungsmaßnahme "Tarforster Höhe - Erweiterung". Die will das Rathaus nun zügig vorantreiben, nachdem die Planungen wegen (vom Gericht inzwischen abgelehnten) Normenkontroll-Anträgen jahrelang auf Eis lagen. BU 12 schließt unmittelbar an das Bebauungsplangebiet BU 11 "Östlich Olbeschgraben" an und umfasst 135 Grundstücke, überwiegend für Einfamilienhäuser. Der städtebauliche Entwurf sieht unter anderem eine ringförmige Haupterschließung und als Einrahmung einen gestalteten Grünzug vor. Noch mehr Bewohner auf der Tarforster Höhe - das bringt noch mehr Verkehrs- und Lärmbelastung insbesondere für Olewig, monieren Kritiker, die das von der Stadt vorgesehene "Verkehrslärmschutzkonzept Olewiger Tal" als unzureichend erachten. "Wie schon bei den Petrisberg-Bebauungsplänen versucht man nicht, die Verkehrserschließung umwelt- und sozialverträglich zu gestalten. Es wird vielmehr durch passive Maßnahmen, hier wieder eine Lärmschutzsatzung, versucht, die Folgen dieser Planung zu beschönigen", erklärte Anja Matatko (Grüne). Dass die meisten betroffenen Anwohner bereits Schallschutzfenster eingebaut hätten, scheine "die Verwaltung nicht zu interessieren". Auch angesichts der aktuellen Feinstaub-Diskussion halten die Grünen die städtischen Pläne für unangebracht.Koalition mit Seltenheitswert

UBM-Chef Manfred Maximini mag sich ebenfalls aus grundsätzlichen Erwägungen nicht mit dem BU-12-Vorhaben anfreunden: "Hier wird wieder einmal der zweite Schritt vor dem ersten gemacht." Erst müsse eine leistungsfähige Verkehrserschließung der Höhenstadtteile her. In der Abstimmung stand die seltene Koalition aus Grünen und UBM allein. CDU, SPD und FDP brachten das Plan-Vorhaben samt Lärmschutzkonzept auf den Weg. Der BU-12-Entwurf wird für einen Monat öffentlich ausgelegt.

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