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Grüne wollen in die Herzen, nicht nur in die Köpfe

Grüne wollen in die Herzen, nicht nur in die Köpfe

Was ist falsch gelaufen im Bundestagswahlkampf? Der Stadtverband von Bündnis 90/Die Grünen hat sich bei seinem Parteitag mit dieser Frage beschäftigt. Zudem haben die Mitglieder Petra Kewes und Haureh Hussein in den Vorstand nachgewählt.

Trier. Petra Kewes ist zurück im Vorstand von Bündnis 90/Die Grünen Trier. Die 50-jährige Stadträtin setzte sich bei der Wahl beim Parteitag des Stadtverbands im zweiten Wahlgang mit zwölf zu neun Stimmen gegen die 20-jährige Ramona Schneider aus Bekond durch.
Die Wahl wurde notwendig, weil Corinna Rüffer nach ihrem Einzug in den Bundestag ihr Amt als Beisitzerin niedergelegt hatte. Auch beim Sitz der Junggrünen gibt es einen Wechsel: Haureh Hussein (23) aus Trier, Mitglied im Beirat der Landesjugend und Schatzmeister der Grünen Jugend Trier-Saarburg, übernimmt den Vorstandsposten von Timo Wans, der ihn wegen eines Auslandsstudiums zur Verfügung gestellt hat.
Im Mittelpunkt der Sitzung im Restaurant Olivenbaum in der Neustraße stand die Aufbereitung des Bundestagswahlergebnisses. "Wir haben einen engagierten Wahlkampf geführt mit vielen Helfern", lobte Grünensprecher Wolf Buchmann. Mehr als 600 Plakate hätten sie geklebt, eine große Zahl Veranstaltungen organisiert.
Das schlechte Abschneiden habe auch nicht am Inhalt des Wahlprogramms gelegen, war die einhellige Meinung. "Aber wir konnten das leider nicht rüberbringen", kritisierte Kewes. Während Hans-Peter Simon vorschlug, die Themen kurz und prägnant zu formulieren, will Søren Brand sie mehr auf der emotionalen Ebene vermitteln. "So schafft man es, in den Herzen anzukommen, nicht nur in den Köpfen."
Rainer Marz griff die Koalitionsaussage der Bundesgrünen an: Es sei ein Fehler, sich auf die SPD als Koalitionspartner festzulegen.
Kewes sieht ein weiteres Problem: Die Bürger reduzierten die Grünen auf ihre Kernkompetenzen wie Umweltschutz und Antiatomkraft. "Daran müssen wir arbeiten, denn wir haben viel mehr zu bieten."Extra

Bundestagsmitglied Corinna Rüffer begrüßt die Entscheidung, Flüchtlinge in der Trierer General-von-Seidel-Kaserne aufzunehmen. Sie habe zwar generell ein Problem mit der Lagerunterbringung von Flüchtlingen, diese könne jedoch ein erster Schritt sein, das Problem zu entschärfen. Problematisch sei, dass die Anhörung der Asylbewerber zu lange dauert, kritisiert Rüffer, die sich im Bundestag mit Sozial- und Asylpolitik beschäftigt. "Der härteste Fall, den ich kenne, ist ein Syrer, der seit einem Jahr auf sein Verfahren wartet." Der Mann habe als Dolmetscher gearbeitet und inzwischen ein Jobangebot von einer Anwaltskanzlei in London. "Aber anstatt ihm diesen Job zu ermöglichen, hockt er hier und wartet auf ein Asylverfahren, das nicht vorangeht. Das ist absurd." mehi