Grünfinken durch Fütterung in Gefahr

Grünfinken durch Fütterung in Gefahr

Der Naturschutzbund (Nabu) Trier schlägt wegen tot aufgefundener Vögel Alarm. Die Ganzjahresfütterung durch den Menschen kann zu einer Trichomonaden-Infektion führen. Ein Massensterben der Tiere könnte drohen.

Trier/Pluwig. Mehrere kranke und tote Grünfinken wurden von Bewohnern in der Nähe von Futterstellen in ihren Gärten entdeckt, unter anderem in Pluwig. Lena Gilcher von der Nabu-Regionalstelle Trier sagt: "Höchstwahrscheinlich sind die Vögel an Trichomonaden erkrankt."
Besonders in von Menschen aufgestellten Futterschalen und Wassertränken kann sich der Parasit verbreiten. "Die Fütterung, vor allem in den Wintermonaten, ist bei vielen Vogelfreunden beliebt", sagt Gilcher. "Doch die ganzjährige Fütterung von Wildvögeln ist aus Sicht des Artenschutzes nicht erforderlich und kann sogar negative Auswirkungen haben." Denn besonders durch die warmen Temperaturen fühlt sich der Parasit in den zumeist abgestandenen Futter- und Wasserschalen wohl. Die Finken sterben nach kurzer, aber schmerzhafter Krankheit. Im Jahr 2009 verendeten bundesweit rund 80 000 Vögel durch den Parasiten. Auch dieses Jahr könnte wieder ein Massensterben drohen. Der Nabu rät daher, die Wassertränken im Sommer zu entfernen und die Tiere nicht zu füttern. Mit einer naturnahen Bepflanzung und Gestaltung des Gartens sei den Grünfinken, und allen Tieren generell, mehr geholfen als durch ein bereitgestelltes Futtersortiment. brau