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Grundregeln für sicheres Helfen

Grundregeln für sicheres Helfen

Mit einer Roadshow durch Einkaufszentren wirbt das rheinland-pfälzische Innenministerium für mehr Zivilcourage und betont: Wer Zeuge einer Gewalttat wird, muss nicht den Helden spielen, um zu helfen.

Trier. (fgg) Mittags in der Trier-Galerie: Die Imbisslokale sind gut gefüllt, Menschen flanieren durch die Geschäfte. Plötzlich aus der Nähe der Rolltreppen laute Rufe: "Was ist los mit Dir, Du Schlampe?", brüllt ein junger Mann eine Frau an. Die versucht, den zunehmend handgreiflichen Attacken auszuweichen, stolpert und fällt hin. Niemand der Umstehenden hilft ihr.

Wenigstens dieses Mal liegt jedoch kein Fall mangelnder Hilfsbereitschaft vor, denn allen Passanten war wohl klar, dass die Attacke nur gestellt war: Schließlich befindet sich nur ein paar Meter weiter eine Bühne mit mehreren Informationsständen der Aktion "Wer nichts tut, macht mit". Unter diesem Motto wirbt die Leitstelle Kriminalprävention des rheinland-pfälzischen Innenministeriums seit 2000 für mehr Zivilcourage, dieses Jahr auch auf einer Tour durch belebte Einkaufszentren. Das ganztägige Programm besteht dabei aus kurzen Vorträgen und Interviews mit Unterstützern aus Sport, Politk und Kultur.

Zwischendurch verströmen Sambatänzerinnen einen Hauch brasilianischen Flairs, Akrobaten führen Kunststücke in Polizeiuniformen auf, um ein wenig Leichtigkeit zur ernsten Botschaft zu bringen: Wegzuschauen ist nicht nur unmoralisch. "Unterlassene Hilfeleistung ist eine Straftat", mahnt Ralf Weiler von der Bundespolizeiinspektion Trier. Dabei könne jeder Hilfe leisten, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen, wenn er einige Grundregeln beachte: "Ich fordere andere zur Mithilfe auf. Ich beobachte genau und merke mir den Täter. Ich organisiere Hilfe unter Notruf 110, kümmere mich um das Opfer und ich stelle mich als Zeuge zur Verfügung."