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Stadtentwicklung
Liveticker: Trierer Stadtrat beschließt Neubau der Grundschule West

 Im Herzen der denkmalgeschützten Gneisenaukaserne soll die neue Grundschule Trier-West entstehen. Bislang geplanter Standort ist der rechte Teil des derzeitigen Sportplatzes (Bildmitte).
Im Herzen der denkmalgeschützten Gneisenaukaserne soll die neue Grundschule Trier-West entstehen. Bislang geplanter Standort ist der rechte Teil des derzeitigen Sportplatzes (Bildmitte). FOTO: TV / Portaflug Föhren
Trier. Mit 48 Ja-Stimmen und einer Enthaltung hat der Trierer Stadtrat den Neubau der Grundschule West/Pallien beschlossen. Wir berichten im Live-Ticker aus der Stadtratssitzung. Von Rainer Neubert und Christiane Wolff
Rainer Neubert

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Die große Redeschlacht zur umstrittenen Ansiedlung des Globus-Markts in Euren wird es am Donnerstagabend am Augustinerhof nicht geben. Weil die Vorlage der Stadtverwaltung für den dafür zunächst notwendigen Antrag eines Zielabweichungsverfahrens bei der Kontrollbehörde des Landes noch nicht fertig ist (TV vom Montag), wird frühestens in der letzten Sitzung des amtierenden Stadtrats am 17. April darüber diskutiert. Genug Gesprächsstoff gibt es ab 17 Uhr bei der öffentlichen Sitzung der Ratsherren dennoch. Schließlich hat der noch amtierende Rat bis zur Kommunalwahl am 26. Mai noch zahlreiche Themen auf der Agenda.

Kitas und Schulen nehmen dabei breiten Raum ein. Die Kindertagesstätten vor allem, weil die diversen Sanierungsbaustellen in der Stadt immer wieder neue und teure Überraschungen bereithalten, die Kostenfortschreibungen erfordern. Bei den Schulen müssen Weichen gestellt und Zeitpläne korrigiert werden. Ein konkretes Beispiel dafür ist die geplante neue Grundschule in Trier-West. Am Standort im Gneisenaubering, nahe der Kurfürst-Balduin-Realschule, sollen die beiden Grundschulen Am Reichertsberg und Pallien zusammengeführt werden. Doch es drohen erhebliche Verzögerungen.

Würden Theorie und Realität immer übereinstimmen, wären die Bauarbeiten an der Integrativen Gesamtschule (IGS) auf dem Wolfsberg Heiligkreuz bald fertig. Wie geplant könnten dann die dort derzeit genutzten Elemente der Mobiskul schon in wenigen Monaten auf dem Hartplatz bei Don Bosco im Trierer Westen montiert werden und – kostengünstig – ab 2020 als dauer­haftes Schulgebäude dienen. Weil sich die IGS-Baustelle aber deutlich länger hinziehen wird, ist diese Planung nicht mehr realisierbar. Bereits im Herbst hatte der besorgte Ortsvorsteher Horst Erasmy deshalb bei der Verwaltung nachgefragt. „Wir haben schon acht Jahre auf die Umsetzung des Sanierungskonzepts für den Gneisenaubering gewartet. Eine Verschiebung des Schulprojekts um mehrere Jahre würde die nun begonnene Innenentwicklung erheblich verzögern.“

SPD-Stadträtin Carola Simon leitet die beiden Grundschulen Am Reichertsberg und Pallien derzeit in Personalunion. Dass die Initiative für einen parteiübergreifenden gemeinsamen Antrag mit CDU, Bündnis 90/Die Grünen, UBT, Linksfraktion und FDP von der SPD kommt, ist deshalb keine Überraschung. Der Beschluss vom November 2015, die neue gemeinsame Schule mit den Baumaßnahmen der IGS zu koppeln, soll nach parteiübergreifendem Willen aufgehoben werden. Zudem will der Stadtrat die Verwaltung beauftragen, bis September ein Konzept vorzulegen, mit dem die neue Grundschule Trier-West/Pallien so bald wie möglich an den Start gehen kann. Es dürfe nicht erst der nun für das Jahr 2025 erwartete Abschluss der IGS-Sanierung abgewartet werden.

An der eindeutigen Mehrheit für diesen Antrag bei der Stadtratssitzung heute Abend ist nicht zu zweifeln. Wie das Ergebnis des dann folgenden Konzeptentwurfs der Stadtverwaltung aussehen wird, ist auch für Ortsvorsteher Erasmy eine spannende Frage. „Der Zusammenschluss der beiden Schulen ist beschlossen und notwendig, denn die Situation im Schulgebäude Am Reichertsberg ist auf Dauer auch gesundheitlich bedenklich. Die Schule Pallien für sich ist einfach zu klein.“

Nach Ansicht der SPD sollte die Stadt aus Zeitgründen eine weitere Mobiskul in Modulbauweise kaufen und die von der IGS genutzten Module auf dem Wolfsberg belassen. So könnten dort zusätzliche Sanierungskosten gespart werden. Eine Mehrheit für diesen Vorschlag haben die Sozialdemokraten nicht gefunden. Die Realisierung eines klassischen Schulneubaus würde nach Einschätzung von Horst Erasmy allerdings ebenfalls zu lange dauern.