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Grundschulen Bildungsministerium Schließung

Bildung : Schöndorf will Aus nicht hinnehmen

Zwergschulen: Die neun Einrichtungen im Land, die geschlossen werden sollen, planen Protestaktionen. Trotz Rettung nur gedämpfte Euphorie in Trittenheim und Greimerath.

41 kleine Grundschulen im Land standen auf der Kippe, neun von ihnen werden voraussichtlich ab dem Schuljahr 2018/19 geschlossen (der TV berichtete). Auf der „Abschussliste“ des Bildungsministeriums steht auch die Enterbachschule in Schöndorf.

Auf TV-Anfrage begründet die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier die Entscheidung damit, dass die Schöndorfer Schule nur aus einer Kombi-Klasse bestehe (derzeit 19 Schüler). Damit entspreche sie nicht der vom Schulgesetz vorgegebenen Mindestgröße. Außerdem gebe es mit der Grundschule Gusterath eine ortsnahe Alternative. Da dort schon Kinder aus dem Schulbezirk Schöndorf angemeldet seien, greife auch nicht der Ausnahmetatbestand einer „besonders hohen Bindungswirkung der Schule vor Ort“.

Anders in Trittenheim (29 Schüler) und Greimerath (25 Schüler): Diese Schulen entsprechen zwar auch nicht den Richtlinien des Schulgesetzes (eine Klasse pro Jahrgang), doch hier sieht die ADD Ausnahmegründe für den Erhalt. Und zwar, weil diese Schulen jeweils zwei Kombiklassen und „eine sehr große Akzeptanz unter der Elternschaft“ haben.

Die Schöndorfer Schulelternsprecherin Elke Raul will sich mit der Mainzer Entscheidung nicht abfinden: „Wir geben nicht auf und werden weiter für den Standort Schöndorf kämpfen.“ Mit der nun drohenden Schließung habe niemand gerechnet, sagt Raul. Schließlich erwarte man steigende Schülerzahlen, was auch der ADD in dem Konzept mitgeteilt worden sei. Im nächsten Schuljahr soll es 25 Schüler geben. Damit könnten zwei Klassen gebildet werden.

Zum Argument der fehlenden Schulbindung verweist die Elternsprecherin darauf, dass „Gerüchte und Angstmacherei“ Eltern zu Ummeldungen bewogen hätten. So habe Ex-Bürgermeister Bernhard Busch mit seiner Ankündigung, er könne sich eine Schließung der Schöndorfer Schule vorstellen, viele Eltern verunsichert. Das Vertrauen in die Schule sei heute wieder groß. Das beweise der hundertprozentige Übergang von der Kita zur Schule. Raul: „Alle zwölf Kita-Kinder sind auch in der Grundschule Schöndorf angemeldet.“

Wie die Schulelternsprecherin mitteilt, wollen alle neun von der Schließung bedrohten Zwergschulen das Ministerium zum Umdenken bewegen. Gemeinsame Aktionen sollen noch abgesprochen werden. Eventuell werde es wieder eine Protestaktion vor dem Landtag geben, sagt Raul. Kontakte bestehen über eine WhatsApp-Gruppe. Sie heißt „Zwergenschule Rebellion“. Für die Schöndorfer Schule  kämpfen - das wollen auch Ortsbürgermeister Uwe Kirchartz und Beigeordneter Karl-Heinrich Ewald (VG Ruwer). Im Verbandsgemeinderat (Mittwoch, 13. Dezember, 17.30 Uhr, Rathaus) soll über das weitere Vorgehen gesprochen werden. Noch steht ein von der ADD angekündigtes Gespräch mit dem Schulträger aus.

Gedämpfte Freude herrscht unterdessen in Trittenheim und Greimerath. Man habe über die Medien von der Schulentscheidung erfahren, sagt Wolfgang Deutsch, Büroleiter der VG Schweich. Die Frage sei nur, für wie lange das Mainzer Votum für die Trittenheimer Grundschule gelte. Deutsch: „Die Ungewissheit bleibt. Wir wissen ja nicht, ob wir in einigen Jahren wieder überprüft werden.“

Dass sie nun kein Schließungskandidat ist, hat auch im Hochwaldort Greimerath große Freude ausgelöst. „Die Kinder haben gejubelt, als wir es erzählt haben“, sagt Helga Dohm-Witt vom Schulelternbeirat. Für die Schulwoche vor Weihnachten sei eine kleine Feier mit Kakao und Kuchen geplant, um allen Beteiligten Dank zu sagen, und „damit die Kleinen mit dem Thema positiv abschließen können“.

Ende September hatte es an der Greimerather Schule eine Protestaktion gegeben, bei der die Kinder ein selbst gedichtetes Lied sangen. Bei der Aktion sei auch eine Abordnung der Grundschule Schöndorf dabei gewesen, sagt Dohm-Witt: „Dass die Schule dort nun geschlossen werden soll, ist natürlich traurig.“ Aber auch in Greimerath gebe es trotz der positiven Botschaft noch Verunsicherung. Das liege daran, dass noch keine schriftliche Begründung für die Entscheidung des Ministeriums vorliege. „Wir können überhaupt nicht nachvollziehen, welche Kriterien jetzt maßgeblich waren“, sagt Dohm-Witt. Bei einem Treffen des Elternbeirats sei deshalb schon die Frage aufgekommen, ob die Schule vielleicht bald wieder bangen müsse. Auch ihr Sohn habe sie schon danach gefragt: „Das arbeitet in den kleinen Köpfen.“