Grundstücke am Bahnhof bleiben zunächst Gewerbeflächen

Grundstücke am Bahnhof bleiben zunächst Gewerbeflächen

Der Schweicher Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung zwei Entscheidungsvorlagen der Verwaltung abgewandelt oder ganz zurückgestellt. Das Gremium strich Vorschläge zur Änderung des Flächennutzungsplans und verschob den Erlass einer Gebührensatzung für das neue Bürgerzentrum.

Schweich. Zur Aktualisierung (Fortschreibung) des Flächennutzungsplans hatte die Verbandsgemeinde Schweich ihre Ortsgemeinden um Änderungsvorschläge gebeten. Daraufhin stellten der Schweicher Haupt- und Finanzausschuss sowie der Bauausschuss eine Liste von Flächen zusammen, die von Gewerbe- oder Sonderflächen in Mischgebietsflächen umdeklariert werden könnten. Grundstücke dort würden dann auch für die Wohnbebauung zur Verfügung stehen.
Von sehr praktischer Bedeutung für viele Schweicher wäre die vorgeschlagene Umwandlung von einigen Gewerbeflächen an der Bahnhofsstraße in Mischflächen. Heute werden diese Flächen noch von einem Bauunternehmen als Betriebshof genutzt. Durch ihre Öffnung für eine Wohnbebauung wäre auch der Weg frei für eine Busanfahrt (Linie 8) direkt bis vor den Bahnhof (TV vom Donnerstag).
Josef Rohr (CDU) beantragte, die besagten Flächen erst einmal aus der Liste zu streichen und das gesamte "Umwandlungspaket" am Bahnhof gesondert und eingehender zu diskutieren. Achim Schmitt (SPD) stimmte dem im Namen seiner Fraktion zu. Gleichzeitig warf er die ebenfalls auf der Vorschlagsliste enthaltene Erweiterung des Wohngebiets Madell III in den Ring. Auch hierbei handele es sich um ein Paket verschiedenster Aspekte, die erst genauer zu beleuchten seien. Eindringlich warnte Schmitt in dem Zusammenhang vor zunehmender Grundstücksspekulation in Schweich. Schmitt: "Derzeit gibt es 173 voll erschlossene Baugrundstücke in der Stadt, die als reine Spekulationsobjekte ihrer Eigentümer dem Markt nicht zur Verfügung stehen." Der Zeitwert dieser Flächen betrage rund 25 Millionen Euro - Schweich dürfe nicht zum Spekulationsobjekt werden.
Johannes Lehnert (FWG) appellierte an CDU und SPD, doch "mal einen Gang runterzuschalten". Die anstehende Entscheidung betreffe ja keinen Bebauungsplan, sondern nur relativ offene Vorschläge für den allgemeinen Flächennutzungsplan. Vergebens: Bahnhofstraße und Madell III wurden durch Mehrheitsbeschluss von der Vorschlagsliste gestrichen. Dies ändere aber grundsätzlich nichts an dem Ziel, so der Tenor aller Fraktionen, den Bahnhof Schweich so bald wie möglich direkt ans Busliniennetz anzuschließen.
Der Erlass einer Gebührenordnung für die Nutzung des neuen Bürgerzentrums (siehe Extra) wurde einstimmig verschoben. Zunächst soll dazu untersucht werden, wie andere Städte mit großen Hallen wie Bitburg, Hermeskeil oder Saarburg dies geregelt haben.
Wie könnte der Standort für die Kindertagesstätte der Lebenshilfe, der Treverer-Förderschule des Kreises und der neuen Schweicher Grundschule auf dem Gelände zwischen K 39 und Bahnhofstraße aussehen? Planer Hubert Bruch vom Büro igr AG präsentierte in einer Machbarkeitsstudie verschiedene Varianten mit dem Fazit: Diese Fläche ist als Standort für das Gemeinschaftsprojekt bestens geeignet. (ausführlicher Bericht dazu folgt).
Die Gemeinde Bekond plant den Bau eines Lärmschutzwalls entlang der A 1 (der TV berichtete). Die dazu erforderlichen Flächen liegen teilweise auf Schweicher Gemarkung, weshalb auch der Stadtrat ein Mitspracherecht hat. Einstimmig wurde beschlossen, dass Schweich für den Wall einen Bebauungsplan nach den Wünschen Bekonds aufstellt, dass alle Planungskosten von Bekond zu tragen sind, und das Bekond einen 1500 Meter langen Wirtschaftsweg auf Schweicher Gemarkung ausbauen wird. f.k.
Extra

Die Gebührenordnung für das neue Bürgerzentrum wurde zwar verschoben, doch dürften sich die im Entwurf genannten Preise nicht wesentlich verändern. Wichtigste Posten: Nutzung des Saales mit Küche/Toiletten durch Vereine und Privatpersonen für Einheimische 200 Euro/Tag, für Auswärtige 300 Euro. Kaution: 200 Euro. Nutzung gesamtes Bürgerzentrum (nur für Vereine möglich): 400 Euro/Tag, 500 Euro Auswärtige, Kaution: 300 Euro. f.k.

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